Einige spenden Lob. Die meisten bieten es zum Tausch an.
–Dr. Sigbert Latzel

Ich schrieb darüber, wie schön es ist, Komplimente zu machen und damit nicht nur andere, sondern auch sich ein Stück glücklicher zu machen.

Vielen von uns fällt es nicht nur schwer, Komplimente anzunehmen, sondern auch, sie zu geben. Der richtige Satz zur richtigen Zeit kann dabei ermunternt, ja herzerfrischend sein. Dahin gesagte, leere Floskeln dagegen bedeutungslos und sogar zerstörend.

Deshalb an dieser Stelle 10 Tipps, die das Lob für den Empfänger voraussichtlich zu einem schöneren Erlebnis machen werden.

  1. Seien Sie spezifisch. Ein vages Kompliment wie „Deine Rede fand ich super“ baut zwar auf, aber stärkt nicht wie „Deine Metapher über die zwei Männer am Meer fand ich sowohl witzig, als auch clever überlegt. Wie deine ganze Rede übrigens“.
  2. Loben Sie Eigenschaften. Wenn es nicht spezifisch geht, gibt es mindestens Persönlichkeitseigenschaften, die sie loben können. Und Negatives kann oft auch positiv umgedeutet werden: Viele Fehlversuche werden zu Ausdauer. Pingeligkeit ist auch gute Beobachtungsgabe und Liebe zum Detail. „Du bist so still“ kann auch Ruhe und Höflichkeit ausdrücken. Dabei bitte aber Punkt 3 beachten…
  3. Loben Sie aufrichtig. Es gibt immer etwas zu loben, hinter dem man steht. Aber bleiben Sie bei den Dingen, hinter denen Sie stehen. Das ist authentisch und ist nicht nur gut gemeint.
  4. Fragen Sie nie nach einem Gefallen, nachdem Sie gelobt haben. Das sieht nämlich wie ein Mittel zum Zweck aus und hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack.
  5. Finden Sie etwas nicht so Offensichtliches. „Du hast schöne Augen“ hat ein hübscher Mensch tausend Mal gehört. Wenn Sie ein ungewöhnliches Kompliment machen, merkt das Gegenüber, dass Sie sich Gedanken gemacht haben. Und das zeigt Aufmerksamkeit. Eine hochwertige Qualität.
  6. Loben Sie auch die, die oft Lob bekommen. „Sie haben das wahrscheinlich schon oft gehört, aber…“ ist eine gute Einleitung, um etwas Schönes anzubringen, selbst wenn es bereits gesagt worden ist. Oft tut es jenen trotzdem gut.
  7. Loben Sie Fehler. Selbst bei schlechten Leistungen kann man den Mut ansprechen, sich in eine schwierige Situation gewagt und daraus gelernt zu haben. „Ich hätte das nicht gekonnt!“ wiegt manchen dummen Fehler wieder auf.
  8. Loben Sie spontan. Genau wie die Geschichte der Kassiererin gibt es hunderte von Möglichkeiten, in ungewöhnlichen Situationen zu loben. Oft haben durch den Überraschungseffekt selbst kleine Komplimente eine riesengroße Wirkung.
  9. Loben Sie hinter dem Rücken der Personen. Genau wie Lästerei ohne Beisein der Betroffenen meistens ein Boomerang und schlicht nicht loyal ist, wirken Komplimente hinter dem Rücken des Gelobten noch aufrichtiger als das direkte Lob.
  10. Loben Sie öffentlich, kritisieren Sie privat. In größeren Runden, z.B. in Teams, zeugt es von Loyalität und Wertschätzung, wenn Sie vor versammelter Mannschaft loben und der betreffenden Person – wenn nötig – persönlich Kritik entgegen bringen. Kritik ist daraufhin leichter anzunehmen, das Lob bleibt dennoch wertvoll.

Mich würden die Erfahrungen interessieren, die Sie gemacht haben.
Was funktioniert noch? Was gar nicht?

Foto: Flickr

10 Wege, effektives Lob zu geben

von Michael Tomoff Lesezeit: 2 min
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