Glückliche und zufriedene Teams sind erfolgreichere Teams. Und wenn Sie ein glückliches Team wollen, dann sollten Sie dafür sorgen, dass sich die Menschen in diesem Team gut fühlen. Logisch, oder?

Der Arbeitskontext hat enormen Einfluss auf uns und unsere Verhaltensweisen. Es ist deshalb sinnvoll, die Möglichkeiten der Positiven Psychologie auch hier genauer zu betrachten. Individuell können Sie viele der zuvor beschriebenen Übungen und Tipps auch in Ihrem Job anwenden.

Darüber hinaus sind hier 7 Ideen aus Literatur und eigener Erfahrung, die Ihnen auch im Team die Früchte der Positiven Psychologie einbringen sollten. Egal, ob Sie Leitender oder Geleiteter des Teams sind.

Positive Verhaltensweisen und positive Voreingenommenheit, also ein abweichendes positives Beispiel einiger blühender Organisationskulturen werden zunehmend als Ursache und nicht als Ergebnis des Überflusses erkannt. Mit anderen Worten, während es so scheinen mag, dass es sich Organisationen, denen es „gut geht“, leisten können, auch locker, freigiebig und gut gesonnen mit ihren Mitarbeitern umzugehen, beweist die Wissenschaft ein um’s andere Mal, dass es genau anders herum funktioniert.

Und Sie können einer der Veränderer sein.
Na dann los!

1) Positive Meetings. Was läuft gerade gut? Starten Sie ein Meeting mit einer Runde von kurzen Erfolgsgeschichten. Geben Sie den Mitarbeitern oder Kollegen die Möglichkeit, das Beste aus ihrer Woche zu teilen und damit andere zu inspirieren und zu motivieren.

  • nennen Sie eine Sache, die Sie seit der letzten Sitzung erreicht haben und auf die Sie stolz sind
  • nennen Sie eine Person, die Ihnen seit dem letzten Meeting geholfen hat und bedanken Sie sich möglicherweise vor allen bei ihr
  • erwähnen eine Sache, auf die Sie sich in der kommenden Woche freuen
  • berichten Sie vom Lustigsten, das jemand in der letzten Woche zu Ihnen gesagt hat
  • lassen Sie die Runde an etwas Nützlichem teilhaben, das Sie seit der letzten Sitzung gelernt haben

2) Neu? Unternehmenserfolge! Integrieren Sie das Erzählen von großen Erfolgen Ihres Unternehmens in Ihr Einführungsprogramm. Holen Sie sich die Beteiligten dieser Geschichten dazu, um deren beste Momente im Unternehmen zu teilen. Das wird dazu beitragen, neue Praktikanten, studentische Hilfskräfte und andere Mitarbeiter zu begeistern.

3) Losada-Ratio. Versuchen Sie, bei Feedback 3x mehr positive als negative Kommentare zu nutzen und ermutigen Sie auch Ihre Führungskräfte dazu. Die Forschung hat (nicht ohne Kritik an den Erkenntnissen) gezeigt, dass durch das Erreichen und Überschreiten dieses Verhältnisses von ungefähr 3:1 Teams innovativer, kreativer und insgesamt leistungsfähiger in ihrem Denken werden und so mehr Erfolge erzielen (Fredrickson & Losada, 2005; Anthony, 2014).

Diese Verhaltensweise wird Sie übrigens nicht nur bei der Arbeit glücklicher machen, sondern ist obendrein zu Hause ein gutes Mittel für Beziehungsverbesserung.

4) Die Stärkenbrille aufsetzen. Konzentrieren Sie sich auf Stärken. Kollegen und Chefs zu helfen, ihre eventuell noch versteckten Stärken aufzudecken und Möglichkeiten zu kreieren, wie sie diese noch stärker verwenden können, ist leistungssteigernd (Achor, 2011). Je mehr Menschen merken, wo sie ihr Potential einsetzen können, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Menschen sich selbst für ihre Arbeit motivieren.

Zum Beispiel könnten Sie fragen, wann Ihr Kollege sich vor Spaß in seiner Arbeit verliert oder was er fast nie bei der Arbeit unterlassen kann. Denn auch Kollegen, die keinen Kommafehler übersehen oder keinen Witz auslassen können, zeigen damit eine in vielen Kontexten nützliche Stärke.

5) Kommunizieren Ihrer Stärken. Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter, Kollegen und Ihr Chef Ihre Stärken kennen, damit sie Ihnen passende und Ihren Stärken zuträgliche Möglichkeiten zuspielen können. Sollte das Fremdbild anderer von Ihrem Selbstbild abweichen, ist dies entweder eine Chance, mehr Klarheit über Ihre Außenwirkung zu gewinnen (Wie sehen mich andere?) oder zu erfahren, dass Sie Ihre Stärken mehr zeigen und einsetzen sollten, wo Sie es schon selbst in der Hand haben.

6) Arbeit nach Stärken verteilen. Schwer durchzusetzen, aber allemal lohnenswert: Versuchen Sie Möglichkeiten zu finden, wie Sie, Ihre Kollegen und Mitarbeiter weniger von der Arbeit tun müssen, die Ihnen Energie raubt. Ordnen Sie Aufgaben in Ihrem Team nach Stärken anstatt durch die jeweiligen Rollen und verteilen Sie Aufgaben – wenn möglich – nach Interesse und Freiwilligkeit.

7) Aktiv konstruktiv kommunizieren. Wie Sie auf gute Nachrichten von einem Kollegen reagieren, ist ebenso wichtig für den Aufbau von guten Beziehungen wie Ihre Reaktion auf schlechte Neuigkeiten.

Martin Seligman teilt Kommunikation hierbei in vier Varianten, mit denen man auf „Gute Neuigkeiten! Ich bin befördert worden und habe noch eine Gehaltserhöhung bekommen!“ antworten könnte:

  • aktiv zerstörend: „Das hört sich nach viel Verantwortung an, die du dir da aufbürdest. Das bedeutet wahrscheinlich komplexere Arbeit und mit Sicherheit auch längere Arbeitszeiten.“
  • passiv zerstörend: „Was machen wir morgen Abend?“
  • passiv konstruktiv: „Das sind ja gute Neuigkeiten.“
  • aktiv konstruktiv: „Das ist ja großartig! Ich bin so stolz auf dich. Ich weiß, wie wichtig die Beförderung für dich war. Das sollten wir feiern!“

Um positive Beziehungen am Arbeitsplatz zu fördern, versuchen Sie mit der aktiv konstruktiven Art zu reagieren (Seligman, 2011).

Dies ist nur eine kleine Übersicht von Möglichkeiten, die Sie am Arbeitsplatz in Gang bringen können. Oft ist es einfacher, sich auf sich zu konzentrieren und danach anderen mit gutem Beispiel voran zu gehen. Und leider ist es noch oft besser, nicht vom Konzept der Positiven Psychologie zu sprechen, sondern „mal ein Experiment ausprobieren“ zu wollen, wenn Sie mit Ihrem Chef sprechen…

Und was funktioniert bei Ihnen in der Firma? Kuchen mitbringen? Komplimente machen? Einmal am Tag einen Kollegen richtig drücken?
Erzählen Sie mal…

Foto: Victor1558 via flickr

Literatur

Achor, S. (2011). The Happiness Advantage: The Seven Principles of Positive Psychology that Fuel Success and Performance at Work. Virgin Books.

Anthony, A. (2014). The British amateur who debunked the mathematics of happiness. The Guardian. Zugriff 25.01.2014 von http://goo.gl/1UMsSz

Fredrickson, B. & Losada, M. (2005). Positive affect and the complex dynamics of human flourishingAmerican Psychologist, 60 (7) 678-686.

Lewis, S. (2011). Positive Psychology at Work: How Positive Leadership and Appreciative Inquiry Create Inspiring Organizations. Wiley-Blackwell.

Seligman, M. E. P. (2011). Flourish: A New Understanding of Happiness and Well-Being – and How To Achieve Them. Nicholas Brealey Publishing.

Mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz mit Positiver Psychologie

von Michael Tomoff Lesezeit: 4 min
3