Sie kennen das: Sie haben eine (möglicherweise regelmäßig wiederkehrende) Aufgabe zu erledigen, prokrastinieren aber, finden Ausreden, drücken sich erfolgreich und kreativ. Saugen am Wochenende, abwaschen, wenn das Becken voll ist, sich zum Einkaufen durch den Feierabendverkehr bugsieren.

Was wäre, wenn Sie jede dieser Aufgaben mit einer Ihnen lieben Aufgabe verbänden, um die Zeit zu nutzen, angenehmer zu gestalten und dessen ungeachtet umzusetzen, was Sie sich vorgenommen haben?

Die Frage „Wie machen Sie aus langweilige Aufgaben erfreuliche?“ habe ich Ihnen mit einem Tipp für positive Verstärkung vorangehend beantwortet, aber wie können Sie noch einen Schritt weitergehen und sogar für Sie nicht beeinflussbare Pflichten mit etwas Gesundem, Sinnvollem, Schönem verbinden? Zum Beispiel während des Feierabendverkehrs?

Atmen, wenn Sie rot sehen

Warten bei einer roten Ampel ist eine solche Pflicht. Und eine, die allen von uns auferlegt ist, egal ob zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto unterwegs.

Nehmen Sie jedes Mal, wenn Sie an einer roten Ampel anhalten müssen, drei tiefe Atemzüge.

Durch die Nase und in den Bauch ein,
durch den Mund wieder aus.

Fokussieren Sie beim Einatmen auf die Energie, die durch das Atmen zurück kehrt.
Lassen Sie die Energie in jeden Teil Ihres Körpers strahlen.
Überfluten Sie Ihre Umgebung mit Ihrer guten Energie.

Beim Ausatmen bemerken Sie zugleich, wie Sie stärker mit dem Hier und Jetzt verbunden sind und Anspannung in wenigen Sekunden von Ihnen abfällt (gewissermaßen in Ihre Fußmatte hinein, zu dem anderen Dreck von der Straße).

Versuchen Sie es: Atmen Sie Energie und Balance ein. Atmen Sie Anspannung aus und spüren Sie den Moment.

Das Ergebnis: mehr Gelassenheit, mehr Ruhe und weniger Ärger über Verkehr, andere Verkehrsteilnehmer oder sich selbst. Das tut nicht nur Ihnen gut, sondern desgleichen jedem um Sie herum.

Stellen Sie sich vor, jeder Verkehrsteilnehmer nähme eine rote Ampel als Möglichkeit zum tiefen Atmen wahr!
Es gäbe vor roten Ampeln dann und wann vielleicht intensive Stille-Momente.
Wir wären weltweit bessere und ruhigere Autofahrer, es gäbe allenfalls weniger Un- und Todesfälle.
Wir würden uns über rote Ampel freuen und sie nicht als störende Verkehrsfluss-Saboteure verurteilen. Ja, eine „rote Welle“ käme einer kleinen Meditationseinheit auf dem Weg zu einer Pflicht gleich! Sie wünschten sich womöglich sogar längere Rotphasen!

Jede rote Ampel kann ein Impuls sein, um zu zentrieren, zu sich zu kommen, Balance zu finden. (tweet)

Sie sind längst Profi im Atmen (jahrelange Übung…), doch bewusst zu atmen ist etwas, das die meisten von uns nur gelegentlich tun, obwohl es extrem wichtig und gesund ist und wir das obendrein wissen.

Wenn Sie das Ampelatmen gemeistert haben, ist der nächste, gar nicht mehr schwere Schritt, Ihren gesamten Tag bewusst atmend zu gestalten: morgens nach dem Aufwachen drei tiefe Atemzüge.
Wenn Sie aus dem Haus gehen und das erste Mal frische Luft in die Nase bekommen, drei tiefe Atemzüge.
Wenn Sie in die Firma kommen: drei tiefe Atemzüge.
Wenn Ihr Rechner hochfährt, Sie auf Ihren Kaffee oder Tee warten, drei tiefe Atemzüge. (tweet)
Wenn Sie aus der Tür Ihres Büros herausgehen, auf dem Heimweg an einem bestimmten Schild vorbeikommen oder Ihre Uhr eine bestimmte Zeit anzeigt (z.B. 11:11 Uhr oder 22:22 Uhr) – drei tiefe Atemzüge.

Profi-Tipp: Wenn Sie die drei Atemzüge mit positiven Affirmationen belegen, können Sie Ihrer inneren Ruhe und der daraus entstehenden Aufmerksamkeit auf sich auch noch einen Schuss Tiefe geben. Zum Beispiel:

1. Atemzug: Ich atme Energie und Ausgeglichenheit ein und bin im Moment.
2. Atemzug: Ich bin der, der ich sein will – mit Kraft und einer Mission.
3. Atemzug: Ich bin offen für Neues und frei von Vorurteilen.

Buch-Tipp: Three Deep Breaths von Thomas Crum ist eine wunderbar inspirierende Anleitung, um mit unserem täglich genutzten Bordmittel der Atmung mehr Lebensqualität zu erhalten.

If I had to limit my advice on healthier living to just one tip, it would be simply to learn how to breathe correctly.
–Andrew Weil, M.D.

Aufgaben, die eine hohe Hürde für Sie haben, sollten Sie so einladend gestalten, wie Sie nur können und sich nicht bereits vorher erledigen. Dinge, die nicht länger als 2 Minuten dauern, sollten Sie sofort machen und damit üben, wie Sie nicht aufschieben und gleichzeitig Ihren Selbstkontroll-Muskel trainieren.

Falls Sie es mit den anderen Lesern teilen möchten: Wo verbinden Sie längst das Praktische mit der Pflicht?

Schönes mit der Pflicht verbinden: Ampelatmen

von Michael Tomoff Lesezeit: 3 min
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