Michael Tomoff - Was Wäre Wenn - Positive Psychologie und Coaching - Selbstvertrauen

7 Wege zu mehr Selbstvertrauen

Könntest du etwas mehr Selbstvertrauen vertragen? Du bist schüchtern und scheust dich vor Konfrontationen? Bist du womöglich nervös, wenn du etwas Neues machst? Oder traust du dir nie etwas zu und bist zutiefst unzufrieden mit dir selbst?

Dieser geschätzte Gastbeitrag ist von Martin Grünstäudl

Wenn auch nur einer dieser Punkte auf dich zutrifft, kannst du etwas dagegen unternehmen. Es gibt aus meiner Sicht 7 Wege zu mehr Selbstvertrauen.

Der 1. Weg zu mehr Selbstvertrauen: Der Aufbau von Selbstakzeptanz

Ohne Akzeptanz seiner selbst ist es unmöglich, ein starkes Selbstvertrauen aufzubauen. Ich sehe in der Selbstakzeptanz so etwas wie die unbedingte Basis, ohne die es nicht gehen kann. Und genau deshalb habe ich dies auch an den Anfang gestellt. Eine Reise zu mehr Selbstvertrauen beginnt hier.

Selbstakzeptanz bezeichnet jenen Zustand, in dem man sich voll und ganz akzeptiert – mit all seinen Stärken und Schwächen. Und darum sollte man Maßnahmen setzen, um sich seine Stärken und Schwächen bewusst zu machen – und in weiterer Folge natürlich sollte man sich seine Schwächen verzeihen können.

Hier eine Übung dazu:

Schreib dir doch selbst mal einen Brief, in dem du Dankbarkeit für deine Stärken, deine bisherigen Erfolge und all die schönen Momente in deinem Leben ausdrückst. Vernachlässige dabei auch nicht deine Schwächen: Verzeih dir in diesem Brief, dass du Schwächen hast.

Am besten tust du dabei so, als würdest du einem Fremden einen Brief schreiben, in dem du seine Stärken, Fähigkeiten und positiven Charakterzüge lobst und ihn gleichzeitig nicht für seine Schwächen und Unzulänglichkeiten kritisierst, sondern diese akzeptierst, so wie sie sind. Nur schreibst du diesen Brief eben nicht an jemand anderen, sondern an dich selbst.

Sobald du der Meinung bist, dass der Brief vollständig und gelungen ist, kannst du ihn außerdem auf hübsches Papier schreiben oder ihn zumindest schön formatiert ausdrucken. Bewahr ihn gut auf, um ihn jederzeit zur Hand nehmen und lesen zu können. Das gibt ein gutes Gefühl.

Wie wär’s also? Gib dir einen Ruck und probier es aus.

Der 2. Weg: Sich selbst besser kennenlernen

Wie soll jemand, der sich selbst nicht wirklich kennt, Selbstvertrauen besitzen? Genauso wichtig wie es ist, sich selbst akzeptieren zu können, ist es ebenfalls, sich selbst genau zu kennen.

Somit ist neben der Selbstakzeptanz das Selbstbewusstsein eine wichtige Basis für ein gesundes Selbstvertrauen. Nur selbstbewusste Menschen wissen, wer sie tief im Inneren sind, was sie erreichen wollen im Leben und was sie glücklich oder traurig macht. Und diese Erkenntnisse brauchst du, um dein Selbstvertrauen nachhaltig stärken zu können.

Weißt du eigentlich, was du dir genau vom Leben erwartest? Was sind deine Ziele im Leben? Hast du überhaupt welche? Und wenn ja: Sind es wirklich deine eigenen oder vielmehr allgemein von unserer Gesellschaft anerkannte Ziele?

Leider ist nicht jedem von uns klar, was er oder sie im Leben erreichen will. Viel zu oft übernehmen wir ungeprüft die Ziele und Werte der Gesellschaft bzw. unserer näheren Umgebung, in der wir aufgewachsen sind. Oft glauben wir sogar, dass es unsere Ziele sind – obwohl wir in Wahrheit das Leben eines anderen leben und nicht unser eigenes. Kein Wunder, dass wir so oft unzufrieden sind und nicht genau sagen können warum.

Frag dich doch mal, ob du alles in allem zufrieden bist mit deinem Leben und in welchen Bereichen du noch nicht ganz glücklich bist. Warum ist das so?

Du kannst dir aber auch den perfekten Tag ausmalen, um dahinterzukommen, was dir wirklich wichtig ist und dir die größte Freude bereitet.

Oder visualisier doch deinen 80. Geburtstag. Was werden deine Festgäste über dich sagen? Wofür sollen sie dich bewundern? Was werden die Gäste besonders erwähnen, das du in deinem Leben erreicht hast?

Der 3. Weg: Leben im Hier und Jetzt

Streng genommen leben wir nur in der Gegenwart. Die Vergangenheit ist bereits vorüber und die Zukunft hat noch nicht begonnen. Dennoch sind wir mit unseren Gedanken ständig in der Vergangenheit oder in der Zukunft gefangen und können deshalb den gegenwärtigen Moment nicht so recht genießen. Dabei gäbe es wohl täglich positive Momente und Ereignisse, die man stärker wertschätzen könnte.

Wieso konzentrierst du dich nicht mal eine Zeit lang voll und ganz auf die Gegenwart? Mach dir doch mal bewusst, welche Erfolge du tagtäglich feiern kannst und wie viele schöne Momente es jeden Tag zu genießen gibt.

Vielleicht führst du einmal ein Erfolgstagebuch? Oder wie wäre es mit einem Protokoll über erhaltene Komplimente bzw. zu schönen Dingen im Alltag?

Nicht zuletzt bringen auch regelmäßige Meditation und Achtsamkeitsübungen einen großen Nutzen in dieser Hinsicht.

Fang doch mit der 1-Minuten-Meditation an:

Setz dich hierzu mit geradem Rücken auf einen Stuhl. Versuch, so locker wie möglich zu sitzen und dich nicht zu versteifen. Stell dir dabei einfach vor, wie dein Hinterkopf mittels eines Fadens sanft in die Höhe gezogen wird, damit dein Nacken möglichst gerade ist. Deine Hände kannst du dabei so ablegen, dass es sich angenehm für dich anfühlt.

Experimentier am besten etwas und leg die Hände das eine Mal auf die Tischplatte und das andere Mal auf deine Knie. Entscheide dann einfach, was sich für dich angenehmer anfühlt.

Konzentrier dich während dieser Minute voll und ganz auf deine Atmung. Spür, wie du ein- und ausatmest. Dabei brauchst du nicht zu versuchen, deine Atmung auf irgendeine Art und Weise zu beeinflussen. Nimm einfach nur wahr, wie du atmest. Richte deine volle Aufmerksamkeit darauf und beobachte nur. Das ist völlig ausreichend.

Für den Anfang kann ich dir folgendes Video empfehlen. Später reicht es, wenn du einfach den Timer auf deinem Handy auf 60 Sekunden stellst (oder auch mehr, wenn dir diese Art der Meditation zu gefallen beginnt).

Der 4. Weg: Das Verlassen der Komfortzone

Die eigene Komfortzone – oder auch genannt Wohlfühlzone – ist jener Bereich, in dem wir uns wohlfühlen. Damit sind Tätigkeiten und Situationen gemeint, die wir gewohnt sind, über die wir deshalb nicht mehr nachdenken müssen und somit ohne Anstrengung erledigen können.

Für all jene Dinge aber, die außerhalb dieser Komfort- oder Wohlfühlzone liegen, müssen wir uns geistig und/oder körperlich überwinden. Manchmal gehört auch eine gehörige Portion Mut dazu, besonders wenn sich eine bestimmte Tätigkeit deutlich außerhalb unserer Komfortzone befindet.

Du fragst dich womöglich, warum du dann überhaupt deine Komfortzone verlassen solltest? Na ganz einfach: Außerhalb deiner Komfortzone ist persönliche Weiterentwicklung am besten möglich. Dein Selbstvertrauen stärkt sich hierdurch auf ganz natürliche Weise.

Deshalb sollte man sich von Zeit zu Zeit zwingen, bewusst die eigene Komfortzone zu verlassen. Eine klassische Übung hierzu ist zum Beispiel das Ansprechen vollkommen fremder Personen. Das kannst du dir zum Beispiel eine Woche lang für jeden Tag vornehmen. Für den Supermarkt, die U-Bahn, das Fitnessstudio oder das Café um die Ecke.

Es kommt bei dieser Übung gar nicht darauf an, über was du sprichst – und auch nicht wie lange. Die Hauptsache ist, dass du den ersten Schritt machst und ins Gespräch mit einer dir fremden Person kommst. Mit der Zeit wird das immer natürlicher für dich. Et voilà: Damit hast du deine Komfortzone bereits erweitert.

Der 5. Weg: Die Gedanken ins Visier nehmen

Nicht selten tritt genau das ein, was wir uns Tag für Tag einzureden versuchen. Oder lass es mich mit den Worten von Henry Ford ausdrücken.

Ob du glaubst, du schaffst es oder ob du glaubst, du schaffst es nicht, du hast auf jeden Fall Recht. (twittern)

Wenn du also der Ansicht bist, dass du unzulänglich, schwach und erfolglos bist, dann wirst du dich dementsprechend verhalten. Wenn du hingegen positiv über dich denkst, dann wirst du auch viel eher Positives in dein Leben ziehen – eben weil du dann bewusst danach Ausschau hältst und viel motivierter ans Werk gehst.

Beschäftige dich also auch mit deinen täglichen Gedanken, wenn du etwas für dein Selbstvertrauen tun willst.

Möglichkeiten gibt es genug. Sehr lohnenswert ist es unter anderem, seine Glaubenssätze zu hinterfragen, also deine Überzeugungen, die auf deinen inneren Denkprozessen und Erfahrungen beruhen, die du irgendwann gemacht hast.

Eine Möglichkeit ist zum Beispiel, die wichtigsten Säulen seines Lebens näher zu betrachten und sich zu fragen, an welchen Zielen man immer wieder scheitert. Womöglich hat dieses dauernde Scheitern nämlich etwas mit unseren Denkmustern zu tun.

Oder du achtest mal eine Zeit lang näher auf deine Gedanken. Redest du dir vielleicht dauernd ein, dass du dieses und jenes nicht tun kannst? Oder dass du unsportlich bist und sowieso nicht abnehmen kannst? Vielleicht wirst du auch deshalb nicht befördert, weil du dir dauernd einredest, dass du ungerecht behandelt wirst (weshalb du dich unterbewusst dementsprechend verhältst und man dich somit wirklich immer übersieht).

Der 6. Weg: Für Zufriedenheit sorgen

Zufriedenheit und Selbstvertrauen hängen eng zusammen. Und nicht nur das: Dieser Zusammenhang wirkt in zwei Richtungen. Einerseits kann die Stärkung des Selbstvertrauens für eine Steigerung der Zufriedenheit sorgen.

Doch auch umgekehrt trifft das zu: Indem du durch bestimmte Übungen deine Zufriedenheit erhöhst, stärkst du gleichzeitig auch dein Selbstvertrauen. Möglichkeiten gibt es auch hier genug:

Wie wäre es als Beispiel damit:

Sorg für einen Tag voller Gemütlichkeit. Und damit meine ich nicht das Wochenende, sondern einen Tag unter der Woche, an dem du normalerweise arbeitest und nach der Pfeife anderer tanzen würdest. Nimm dir bewusst frei und sorg dafür, dass du diesen Tag ganz für dich hast und dir niemand „reinpfuscht“ oder versucht, wieder einmal einen Gefallen von dir einzufordern.

Dieser Tag sollte wirklich komplett unter dem Motto Gemütlichkeit stehen. An diesem Tag hast du jede Zeit der Welt und keinerlei Termine. An diesem Tag gibt es keinen Wecker, keine Uhr und keine E-Mail. Hartgesottene könnten auch einen Tag lang das Handy ausgeschaltet lassen.

Der 7. Weg: Das Erreichen von Zielen

In vielen Blogs liest man, dass man sich möglichst große Ziele setzen soll. Denn nur große Ziele sind motivierend und fordern uns heraus, das Beste zu geben. Zum Teil stimmt dies natürlich alles. Doch was ist, wenn ein Ziel zu groß war? Was ist, wenn es so unrealistisch war, dass wir es gar nicht erreichen konnten?

Wir beziehen dieses Scheitern nur allzu häufig auf uns. Wir glauben, dass wir in hohem Maße unzulänglich und eben nicht imstande sind, solche Ziele zu erreichen. Nicht in den Sinn kommt uns hingegen, dass das Ziel selbst viel zu unrealistisch war und es auch andere nicht erreicht hätten.

Ziele nicht zu erreichen kann also bedeuten, dass dein Selbstvertrauen einen erneuten Knacks abbekommt. Daraus kann dann resultieren, dass du dir immer weniger zutraust und deshalb in Zukunft auch nichts mehr ausprobierst.

Doch Gott sei Dank trifft auch der umgekehrte Fall zu: Jedes Ziel, das wir erreichen, wirkt sich positiv auf unser Selbstvertrauen aus. Außerdem spornt jedes einzelne erreichte Ziel dazu an, noch viele weitere in unserem Leben zu erreichen. Deshalb empfehle ich dir dringend, dir nur Ziele zu setzen, die sich auch erreichen lassen.

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Erreichen deiner Ziele und ganz besonders auf deinem Weg zu mehr Selbstvertrauen.

Martin Grünstäudl lebt in Österreich und ist Blogger und Buchautor. Unter anderem schreibt er in seinem Blog unter http://1001erfolgsgeheimnisse.com über Themen wie das Setzen und Erreichen von Zielen sowie über den Aufbau von mehr Selbstvertrauen.

In seinem Buch „99 Übungen für mehr Selbstvertrauen“ findest du eine Fülle von weiteren nützlichen Übungen, mit denen du nicht nur eine verloren gegangene Selbstakzeptanz zurückgewinnen kannst.

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