1. Erholsamer Urlaub als Quicki: Kurztrips erhöhen die Vorfreude
Früher war ich der Meinung, dass nur lange Trips (ab 3 Wochen aufwärts) wirkliche Erholung und ein gutes Gefühl machen können. Mittlerweile weiß ich, dass die kurzen Wochenendausflüge z.B. in die benachbarte Eifel einen ebenso großen und nachhaltigen Effekt haben. Das Wissenschaftler-Team Jeroen Nawijn, Miquelle Marchand, Ruut Veenhoven und Ad Vingerhoets fanden genau das heraus: die Vorfreude auf einen anstehenden Ausflug war höher bei Urlaubern als bei Nicht-Urlaubern. Also alleine die Vorfreude auf den nächsten Urlaub hat einen großen Anteil am eigentlichen Urlaubsgefühl und dessen Qualität. Können Sie z.B. Ihren Großurlaub mit einem vorangehenden verlängerten Wochenende bereits einläuten und dem „Jetzt bin ich gerade runtergekommen!“ noch ein weiteres Relax- oder Ausflugswochenende folgen lassen, sind die Chancen groß, dass Ihnen das gute Laune verschafft: Sie lassen den Stress hinter sich und bei dem Gedanken an abenteuerliche Erkundungen oder das Aalen in der Sonne ist Vorfreude geweckt. Ganz im Sinne von „nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub“.2. Mehr ist mehr: Erhöhen Sie die Frequenz der Urlaube
Unsere holländischen Wissenschaftsnachbarn Jessica de Bloom, Sabine Geurts und Michiel Kompier fanden erst kürzlich heraus, dass Gesundheit und Wohlbefinden am Beginn des Urlaubs stiegen und am 8. Tag ihren Höhepunkt hatten. Getestet wurden Dinge wie Müdigkeit, Zufriedenheit, Stimmung, Anspannung und das gesamte Energielevel der Teilnehmer. Das ließe darauf schließen, dass ein Urlaub von mindestens acht Tagen notwendig sei, das volle Potential eines Urlaubs ausschöpfen zu können, aber die Autoren kommen zu der Erkenntnis, dass durch kürzere und häufigere Phasen der Erholung während des Arbeitsjahres ein insgesamt höheres Wohlbefinden erreicht wird. Vorherige Studien zeigen inkonsistente Assoziationen zwischen der Länge einer Reise und Glücksgefühl danach. Die von den Forschern diskutierte Theorie legt nahe, dass Erschöpfung der eigenen Ressourcen durch zeitnahes Wiederaufladen derselben behoben werden sollte.3. Entspannen Sie sich
In der selben Studie unserer holländischen Nachbarn hatten Teilnehmer, die ihren Urlaub als „sehr entspannt“ ankreuzten, ebenfalls bis zu zwei Wochen länger anhaltende Glücksgefühle als die Teilnehmer, die ihren Urlaub nur als „entspannt“, „neutral“ oder „stressig“ bewerteten. Das mag trivial klingen. Daraus folgt, dass ein Urlaub aber keine Mindestdauer benötigt, um Ihre Akkus wieder aufladen zu können. Sie sollten trotzdem darauf Wert legen, dass die Aktivitäten, die Sie für diese kürzeren Urlaubstrips planen, so entspannend und ausgleichend wie möglich für Sie sind.Viele jagen im Urlaub nach Erholung und sind anschließend ganz erledigt. –Siegfried Wache
Bedauerlicherweise gab die Studie keine Hinweise darauf, was man tun kann, um im Urlaub „sehr entspannt“ zu werden, aber die Autoren schrieben, dass das Warten in langen Warteschlangen mit quengelnden Kindern nicht zu den Methoden der Wahl gehöre… Dag mag der Grund dafür sein, dass für viele Menschen der Besuch ihrer Eltern zur Weihnachtszeit nicht besonders entspannend ist. Viele müssen getrennte Elternteile aufsuchen, teilweise lange Strecken zurücklegen, um alles unter einen Hut zu bekommen und einer Fülle von Erwartungen gegenüberzutreten. Für jeden unter Ihnen, der dieses Szenario kennen sollte, wäre die Frage hilfreich, ob eine andere Art der Weihnachtszeitnutzung mehr Erholung schafft und die Auseinandersetzung mit den Eltern zu diesem Thema es wert ist, besprochen zu werden.4. Und eins und zwei und eins und zwei
Eine schöne Definition von „Urlaub“: Zeit, die man nicht am Arbeitsplatz sitzt. Wenn Sie aber nach Möglichkeiten schauen, Ihre Energie rauf und Ihren Stresspegel runter zu bekommen, ist es wichtig, das auch als klares Ziel festzulegen. Es wird aber nicht automatisch ein erholsamer Urlaub, nur weil man nicht zur Arbeit fährt oder wie es Brigitte Fuchs sagt,Ein Ferienhaus garantiert leider noch keine Ferien.
Was genau gibt Ihnen Energie? Was reduziert bei Ihnen Stress? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Sie jetzt an frische Luft, Bewegung und vielleicht Berge oder das Herumtollen im Wasser denken. De Bloom und ihre Kollegen fanden dazu ebenfalls Bestätigung: das Engagement in Spaß machenden körperlichen Aktivitäten (wie z.B. Skifahren oder Wandertouren) erhöhten die Gesundheit und das Wohlbefinden, wohingegen Passivität sie verringerte. Ich kann von mir behaupten, zumindest nach Wanderungen oder anderen sportlichen Aktivitäten jedes Mal zu bemerken, wie gut mir das getan hat. Allerdings werde ich oft noch durch ein „Kommst du mit raus?“ zu meinem Glück gezwungen, obwohl ich diese Erfahrung bereits zahlreiche Male gemacht habe und es alleine wissen sollte.