Michael Tomoff - Was Wäre Wenn - Positive Psychologie und Coaching - Körper

Der Körper hat immer Recht

Menschen reden oft über ihre Körper, aber noch häufiger redet der Körper über sie.
–Gregor Brand

Achtsamkeit für die körperlichen Bedürfnisse – die unabhängige Lebensversicherung, wenn man so will. Eine, auf die man nicht monatlich oder jährlich Acht gibt, sondern täglich, stündlich, minütlich.

Die Fähigkeit, seine Bedürfnisse aufzuschieben, ist in vielerlei Hinsicht nützlich und zeichnet vor allem Erwachsene aus. Die meisten von uns nutzen diese Fähigkeit allerdings beständig und geben den Bedürfnissen nicht mehr nach, übergehen sie oder nehmen sie am Ende überhaupt nicht mehr wahr.

Kennst du das Gefühl, unruhig oder gereizt zu sein, weil du längere Zeit nicht darauf geachtet hast, dem Druck auf der Blase, dem Hunger oder dem Schlafbedürfnis nachzukommen? Falls ja, weißt du, dass die Missachtung körperlicher Bedürfnisse auch das emotionale Gleichgewicht stört. Und zwar vielfach ohne Not. Und dieses Ungleichgewicht lassen wir häufig unbewusst an anderen aus, die – wenn sie uns gut genug kennen – nachfragen, ob wir müde sind oder einfach nur unleidig aufgrund des Hungers.

Sich dabei auf die Feinfühligkeit anderer zu verlassen, ist bekanntlich keine besonders gute Wahl.

Dein Körper: Was kannst du selbst tun?

Nimm dir im Alltag bewusst Zeit für die Zeichen deines Körpers. Spür in dich hinein: Was braucht er? Mehr Wärme oder Kälte? Eine bequemere Sitzhaltung oder einfach mal die Horizontale? Brauchst du vielleicht Bewegung oder frische Luft? Dürstet es ihn nach Wasser oder einer kleinen Pause?

Was immer es in diesem Moment ist: Dein Körper sagt es dir genau, du musst nur in dich hineinfühlen und zuhören. Und es gibt zwei wunderbare Nebeneffekte:

  • Erstens wirst du besser im Zuhören und wirst bald wissen, was du wann brauchst, und somit ein hohes Energie- und Tätigkeitsniveau (er)halten, wenn du reagierst, bevor du dich unwohl fühlst. Du tust deinem Körper insgesamt durch diese Achtsamkeit und Zuwendung einen großen Dienst, denn Zuwendung tut jedem gut, auch ihm.
  • Zweitens ist das, was du tust, Meditation in Reinform. Denn wenn du auf deinen Körper fokussierst und in dich hineinhörst, kannst du nichts anderes mehr machen. Und bist ganz bei dir.

Und hier noch ein praktischer Tipp: Falls du zu jenen gehörst, die solche kleinen Übungen über den Tag hinaus gerne mal vergessen, stell dir einen Wecker, das Handy oder nimm dir drei Uhrzeiten vor, an denen du in dich gehst und deinem Körper zuhörst. Wie so oft ist es die Regelmäßigkeit, die hier die gute Gewohnheit schafft.

Foto: Perfecto Insecto

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