Michael Tomoff - Was Wäre Wenn - Positive Psychologie und Coaching in Bonn - entschuldigen

Sich für Fehler entschuldigen: 10 Tipps für die Entschuldigung

Ich möchte gleich zu Beginn für den folgenden Satz um Entschuldigung bitten. Als Entschädigung verspreche ich Ihnen 10 unterstützende Dinge, die Sie Ihrem Stolz in die Haare schmieren können, damit Sie Folgendes besser und schneller über die Lippen kriegen:

„Es tut mir leid.“

Vier Worte. Und einer der schwierigsten auszusprechenden Sätze. Trotzdem ist er einer der wichtigsten in menschlichen Beziehungen. Sich anzuschauen, warum wir uns in den entscheidenden Momenten nicht entschuldigen und wie man es lernen kann, ist essentiell für jede Beziehung.

Wir sprechen eine Entschuldigung in vielen Situationen aus, die es nicht erfordern. Wenn jemand zu leise spricht („Entschuldigen Sie, ich habe Sie nicht verstanden.“), wenn uns jemand anrempelt („Ups, sorry!“) oder wenn wir jemandem eben kein Feuer für seine Zigarette geben können („Tut mir leid, ich rauche nicht.“).

In für uns wichtigen Situationen mit uns wichtigen Menschen bringen wir ihn wiederholt nicht über die Lippen, diesen Satz (noch nicht einmal die englische Variante des „Sorry“, die uns sonst so viel leichter fällt). Und je wichtiger uns diese Menschen sind, desto erbitterter kämpfen wir um unser Recht – und machen es damit schlimmer. Wir schlucken lieber die Entschuldigung runter, als unseren Stolz.
Trotz des Wissens, wie schädlich sein Nichtaussprechen für eine private oder berufliche Beziehung sein kann.

Aber welche Gründe gibt es wider besseren Wissens solche Dummheiten zu begehen?

Warum wir uns nicht entschuldigen

Scham. Wenn wir etwas meisterlich vermasselt haben, obwohl wir es vorher – oder zumindest währenddessen – besser wussten, kann es schwer sein, die betroffene Person darauf anzusprechen. Es ist einfacher so zu tun als wäre es nie passiert.

Stolz. Sich zu entschuldigen, ist speziell für Männer oft schwierig. Wir geben nicht gerne Fehler zu (auch, wenn aus Fehlern lernen nicht wirklich schwierig ist). Es ist unangenehm einzuräumen, dass wir Fehler gemacht haben. Dass wir Unrecht hatten.

Wut. Es ist meist nicht der Fehler einer einzigen Person, der eine Entschuldigung verlangt (mehr dazu gleich). Situationen schaukeln sich hoch, ein Wort ergibt das andere und keiner zieht die Bremse. Manchmal ist die Wut über die Art, wie uns der andere verletzt oder angegangen hat, so groß, dass wir alleine deshalb keine Entschuldigung aussprechen.

Die Erkenntnis: Menschlichkeit

Natürlich hat man nicht immer Recht. Natürlich weiß man nicht immer alles besser. Der Glaube daran ist aber stark in uns verankert, so dass wir in jenen kritischen Augenblicken denken, es sei so.

Das ist menschlich, denn es gibt uns Sicherheit, Selbstbewusstsein und die Kraft, eine Diskussion überhaupt anzupacken und ihr nicht aus dem Weg zu gehen.

Es ist schwierig, diesen kristallklaren Fakt zu akzeptieren, aber wir sind nicht perfekt. Das ist Teil des Lebens. Keine neue, aber eine essentielle Erkenntnis.
Sie zu leugnen, isoliert uns von anderen Menschen.
Sie anzunehmen, lässt uns wachsen.

Und leichter vergeben.

Wann wir uns entschuldigen sollten

Selbst dann, wenn man nicht alleine Schuld hat. Ich möchte mich manchmal nicht entschuldigen, weil ich Angst habe, alleine zu bleiben mit meiner Entschuldigung. Ich warte auf den Punkt, wo mein Gegenüber sich ebenfalls für etwas entschuldigt.
Irgendetwas.

Ich warte oft vergebens. „Er ist aber auch Schuld, warum fragt er auch in solch‘ komischem Ton!“ oder Wenn sie das nicht gesagt hätte, wäre ich ja nie ärgerlich geworden!“ sind dann meine Gedankengänge.

Das ist ein sicheres Mittel, keine Entschuldigung zu hören, weil sich meine negativen Gedanken natürlich auch nach außen anhand meiner Laune zeigen.

Es ist nie zu 100% das (ungewollt) fehlerhafte Verhalten einer einzigen Person. Wenn die Ehefrau das Abendessen mit grimmiger Miene auftischt und ein kantiges „Wohl bekommt’s!“ dazu legt, dann kann das heißen, dass sie es leid ist, nach einem eigenen anstrengenden Tag noch zu kochen.

Viel wahrscheinlicher ist aber, dass sie sich Sorgen um die Gesundheit ihres Mannes macht, weil er zu viel arbeitet. Und, dass sie mehr Zeit mit ihm verbringen möchte. Nur ist das eben häufig schwer in gute Worte zu verpacken, wenn man sich nicht wertgeschätzt fühlt.

Beziehungen sind komplexe Systeme. Wer bei einem Streit angefangen hat, ist nicht nur eine kindische, sondern auch nicht zu klärende Frage, denn immer kann man noch einen Schritt weiter in die Vergangenheit gehen und den Satz „Ja, aber…“ aussprechen und dazu einen Grund, warum man nur re-agiert und deshalb nicht wirklich angefangen hat.

Mir wäre allerdings neu, wenn mein Gegenüber nach solch einer „Ja-aber-Kette“ irgendwann einmal einen Fehler zugegeben hätte…

Recht haben oder glücklich sein

Es ist bei weitem nicht so wichtig, dem anderen zu beweisen, warum man nicht komplett schuldig ist. Es ist viel wichtiger (z.B. für das langfristige Wohlbefinden), gesunde Beziehungen zu haben, auch wenn das heißt, sich als erster zu entschuldigen. Sich im Recht zu wähnen, dafür aber die Gefühle des Partners unwiderruflich verletzt zu haben, ist kein guter Deal.
Recht zu haben, hält nachts nicht warm und ist auch nicht kuschelig.

Die Chance, dass die Aufwärtsspirale beginnt und sich auch der andere entschuldigt, ist viel größer, wenn man den ersten Schritt macht und damit den Ball ins Rollen bringt.

Selbst dann, wenn man nicht erwischt wurde. Als Kind stahl ich einmal einen Plastikspecht aus einer Sparkasse. Es war Tag der offenen Tür und die lustigen kleinen Viecher zum Anheften an die Fensterscheibe waren zu faszinierend, als dass ich nicht einen davon einsteckte.

Zu Hause legte ich den Specht hinter das Sofa, weil mein schlechtes Gewissen unerträglich war. Als das aufziehbare Plastiktier dort eine Woche ungenutzt gelegen hatte, ging ich zu meiner Mutter und beichtete ihr meine Tat. Ich weinte bitterlich und schluchzte ihr meine Entschuldigung zu.

Als sie mich lachend in den Arm nahm und sagte, dass die Spechte Geschenke der Bank waren, um Werbung zu machen, war die Welt für mich wieder in Ordnung.

Auch als Erwachsener kann das schlechte Gewissen unerträglich sein. Es zeugt von Größe, sich für etwas zu entschuldigen, das eventuell niemand herausgefunden hätte. Aber gerade aus diesem Grund, macht es die Entschuldigung so bedeutend und kraftvoll.

Zeitnah. Je länger man mit seiner Entschuldigung wartet, desto tiefer gräbt sich der Ärger des Gegenübers ein, desto schwieriger wird es für ihn, zu vergeben und die Entschuldigung anzunehmen, ohne noch einmal Frust abzulassen. Hier ist kein Perfektionismus angesagt, so dass nach 4 Wochen das perfekte Sorry-Gedicht da sein muss. Zeit heilt Wunden. Aber zu viel davon vergehen zu lassen, schafft auch Wunden.

Seinen Fehler sofort einzugestehen und zu sagen, dass das gerade dumm, unhöflich, verletzend oder falsch war, zeigt auf, dass man selbstaufmerksam und selbstreflektiert ist. Man kann Gesagtes (und Getanes) nicht mehr rückgängig machen. Aber man kann um Vergebung bitten und daraus lernen.

Dass man sich entschuldigen sollte, ist damit klar. Nur wie?

Wie man sich entschuldigen sollte

Man sollte sich nicht für die Dinge entschuldigen, für die man wirklich keine Schuld trägt. Das wäre unehrlich und würde den Zweck des sich Ent-Schuldens verfehlen. Es gäbe ja nichts, von dem man sich die Schuld nehmen kann (oder andere, wie in alten Tagen, mit einem „Bitte entschuldigen Sie mich“ bemühen kann).

Hier sind 10 Tipps, die einem den Weg der Entschuldigung erleichtern und die Entschuldigung wirkungsvoll machen.

1. Ehrlich sein

Da es für mich die wichtigste Regel für Entschuldigungen ist, steht sie am Anfang. Ein unehrliches „Es tut mir leid“ ist schlimmer, als keine Entschuldigung. Es wäre der Versuch des einfachen Auswegs aus einem Streit. Besonders Menschen, die uns nahe sind, merken das schnell.

Unehrliche Entschuldigungen fliegen leicht mit der der Frage „Was genau tut dir denn leid?“ auf, denn eine dahin gemurmelte Entschuldigung des Entschuldigens wegen ist oberflächlich.

Man findet immer Dinge (egal, wie klein sie sind), die besser hätten laufen können. Und für die größeren, für die man sich noch nicht entschuldigen will, kann man um Erklärung bitten, was daran verletzend oder falsch war.

Wenn das Gegenüber dann Mensch genug ist, dieser Bitte nachzugehen und sie nicht mit einem „Wenn du das nicht weißt, dann ist es sowieso egal!“ abzuschmettern, dann fällt es dem „Schuldigen“ danach erheblich leichter, verständnisvoll „Es tut mir leid“ zu sagen.

2. Aufschreiben statt aussprechen

Für viele ist es einfacher, eine Entschuldigung aufzuschreiben. Vielleicht, weil man nicht unterbrochen wird. Möglicherweise, weil Stolz oder Scham beim Schreiben weniger wichtig sind als bei der direkten Ansprache. Eventuell, weil man die Zeit hat, die richtigen Worte zu finden oder sie nicht vor Aufregung zu vergessen.

Obwohl eine Entschuldigung von Angesicht zu Angesicht die Optimallösung darstellt (meiner Meinung nach zumindest), ist eine schriftliche Entschuldigung besser als keine und kann das Eingraben von Ärger beim anderen stark verlangsamen oder sogar stoppen.

3. Humor über sich selbst

Humor an der richtigen Stelle kann eine eingefahrene Situation oft auflösen. Wer über sich lachen kann, hat es leichter, sich zu entschuldigen und vermag es auch erfahrungsgemäß, den anderen zum Lachen zu bringen.

4. Verantwortung übernehmen ohne „aber“

„Ja, aber…“ zu sagen ist ähnlich kritisch wie eine nicht ernst gemeinte Entschuldigung. Eine Ausrede im gleichen Satz wie die Entschuldigung ruiniert die Entschuldigung komplett und untergräbt Ehrlich- und Aufrichtigkeit. Alles, was beim Gegenüber hängen bleibt, ist ein neuer Vorwurf.

Also: „Aber“ hinunterschlucken, einen Punkt machen und damit Verantwortung übernehmen. Danach ist mehr Platz für besagte Aufwärtsspirale. (Wie in „Du hast Recht. Ich gebe zu, ich war auch unfair dir gegenüber…“)

5. Entschuldigen heißt: Verständnis zeigen

Auszusprechen (oder aufzuschreiben), dass man versteht warum der andere sauer oder enttäuscht ist, zeigt, dass man sich Gedanken gemacht hat, welche Auswirkungen und Konsequenzen aus dem eigenem Handeln entstanden sind. Das ist Anteilnahme.

Niemand möchte eine Entschuldigung von jemandem hören, nur weil dieser denkt, es sei seine Pflicht.

6. Anbieten, es wieder gut zu machen

Man kann das Geschehene zwar nicht rückgängig machen, aber versuchen, es auszugleichen. Das besänftigt den anderen und nimmt einem selbst auch das schlechte Gewissen, noch in der Schuld des Gegenübers zu sein.

Das setzt allerdings voraus, dass nach einer Wiedergutmachung der Fehler tatsächlich abgehakt ist. Niemand wird sich häufiger und schneller entschuldigen, wenn die Fehler in Zukunft trotzdem auf’s Brot geschmiert werden.

7. Geloben, es in Zukunft besser zu machen

„Geloben“ heißt nicht gleich, dass Sie etwas „versprechen“. Obwohl man argumentieren könnte, dass einem kein Fehler zweimal passiert, der einem leid tut, sind wir – und ich kann es nicht oft genug betonen – nur Menschen.

So sehr ich mich auch anstrenge, werde ich trotzdem aus Müdigkeit heraus wieder die Geduld verlieren und etwas Falsches sagen. Es wird aber seltener passieren. Und seltener. Und das ist erstrebenswert.

Wie leicht aber kann eine geduldige Zeit ohne Streit und die harte Arbeit dahinter zunichte gemacht werden, wenn man versprochen hat, dass es „nie wieder passieren wird“ und dann doch geschieht.

Einige Dinge sollten jedoch nicht zweimal passieren. Und dann macht es sicherlich Sinn, ein Versprechen abzugeben.

8. In den Arm nehmen

Wenn das Verhältnis es erlaubt, ist eine Umarmung zu einer Entschuldigung Gold wert. Oft ist noch ein Rest Trotz oder Ärger vorhanden. Körperkontakt ist uns Menschen jedoch so wichtig, dass er alleine oft ein Vergeben möglich und einfacher macht.

9. Nicht „nur“ entschuldigen: Auf Worte Taten folgen lassen

Am Ende wird jede Entschuldigung daran gemessen, ob sich etwas verbessert hat. Nach der Entschuldigung ist vor der Entschuldigung. Das Verhalten in der Zeit dazwischen sollte zeigen, dass es einem wirklich leid tat, wofür man sich entschuldigt hat.

10. Sich nicht zu viel entschuldigen

Den Taten Worte folgen lassen heißt nicht, dass Sie jeden zweiten Tag mit Blumen für Ihren Partner vor der Tür stehen und reumütig Bücklinge machen. Es bedeutet, dass Sie sich zu Herzen nehmen, was passiert ist und aus einem Fehler einen Helfer machen.

Wenn man sich einmal entschuldigt hat, sollte das reichen. Auch ein zweites Mal tut zumindest dem Betroffenen oft noch gut. Sich aber kontinuierlich für den selben Fehler entschuldigen zu müssen, hat nichts mehr mit einer gesunden und gleichberechtigten Beziehung zu tun.

Jemand, der wieder und wieder Entschuldigungen einfordert und nicht vergeben kann, sollte sich überlegen, woran das liegt und ob nicht wesentlichere Dinge im Argen sind.

Entweder akzeptiert jemand eine Entschuldigung oder nicht. Zu sagen, ein Fehler sei vergeben und ihn später wieder als Beweis für eine vergangene Schwäche hervorzuholen, ist nichts anderes als eine unehrliche Entschuldigung.

Welchen Weg Sie auch wählen – am Ende ist es gewichtiger, dass Sie sich entschuldigen. Das Wie ist dann die Kür.

 

Zusammenfassung
Sich für Fehler entschuldigen: 10 Tipps für die Entschuldigung
Artikelname
Sich für Fehler entschuldigen: 10 Tipps für die Entschuldigung
Beschreibung
"Es tut mir leid" sagen und sich für einen Fehler entschuldigen fällt oft schwer. Wie fällt eine Entschuldigung einfacher und wirkungsvoller aus? 10 Tipps!
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Was Wäre Wenn - Positive Psychologie und Coaching Bonn
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52 thoughts on “Sich für Fehler entschuldigen: 10 Tipps für die Entschuldigung

  1. Ich stimme dem Artikel voll zu. Manchen Menschen fällt es sehr schwer, sich für etwas zu entschuldigen. Besonders jenen, die immer Recht haben wollen und als vollkommen und unfehlbar dastehen möchten. Meine Erfahrung: am besten nicht auf eine Diskussion mit solchen Menschen einlassen, sie wissen ja, dass sie im Unrecht sind, werden es aber nie zugeben. Also wäre jeder Überzeugungsversuch sinnlos.

  2. Was mir fehlt:
    „Warum wir uns nicht entschuldigen“
    Der Wichtigste Grund für mich: Es fehlt das Bewußtsein, daß überhaupt etwas passiert ist, wofür man sich entschuldigen sollte. Der Rempler, den man selbst noch nicht mal wahrgenommen hat – der Angerempelte versteht nicht, warum keine Entschuldigung folgt…
    Natürlich sind die verbalen Rempler oft schlimmer….aber auch da muß man überhaupt merken, daß etwas den Anderen getroffen hat!

    1. Ja, dieser Grund ist wahrscheinlich auch ganz vorne mit dabei. Aber übersieht man etwas, dann fühlt man sich wahrscheinlich nach dem Aufdecken des Maleurs schlecht und entschuldigt sich leichter. Trotzdem hast du Recht, Sven. Danke für den Hinweis.

  3. Dieser Arikel hat mir zwar wohl bei meiner eigentlichen Frage: Wie soll ich eine Entschuldigung am besten verfassen, nicht wirklich weiter geholfen. Aber der Text hat mir auf jedenfall die Augen geöffnet wie ich der verletzen Person begegnen soll und er hat mir geholfen meine Entschuldigung auch als so eine zuverstehen zulassen

    1. Meinst du eine schriftliche Entschuldigung?

      Von der Wortwahl her kommt es ganz auf deinen Stil an. Ich denke, die Kernpunkte aus dem Artikel kannst du – bist auf die Umarmung ;) – auch recht gut in einen Brief oder eine Email packen.

  4. Sehr gute Hinweise, ich konnte mich schneller und besser entschuldigen.

    Ein bis zwei Fragezeichen bleiben in meinem Fall. Ich war wütend geworden über meine Schwägerin, die meinem Mann sehr wichtig ist und deren Neffe mir ebenfalls wichtig ist. Sie ist allerdings eine Person, die mir nur bedingt sympatisch ist. Es gibt schon Momente, wo ich sie nett finde, man kann sich auch einen Abend amüsieren, aber ich halte nur sehr schwer aus, dass sie ständig andere kritisiert – von der Chefin über unsere (!) Nachbarn bis hin zur Stadtverwaltung oder irgendwen, den sie gerade nur im Blickfeld hat. Pauschalierend, ohne jede Empathie, in agressivem Ton.
    Von meinem Mann kenne ich das gar nicht, mit ihrem Sohn ist sie auch oft sehr agressiv, sogar Schläge sind nicht selten.
    Ich habe mich im Prinzip arrangiert, denn ich finde, mein Mann hat ein Recht auf seine Familie und meist haben wir es ganz gut miteinander – nur nach drei vier Tagen kommt eine blöde Situation – „die Studenten“ geben ihr Geld für unnützes Zeug aus oder so etwas… – und mir geht die Hutschnur hoch.

    Natürlich kann und muss ich mich entschuldigen, wenn ich beleidigend oder laut geworden bin. Ist nicht leicht, auch nur selten nötig, aber ich habe es getan und es war auch sehr gut. Sie nimmt die Entschuldigung gerührt entgegen – aber entschuldigt sich nicht selbst – obwohl sie mir als erste einen Vorwurf machte (ich würde immer dagegen reden)
    Und ich weiß, dass es so nicht aufhört, dass ich sie deshalb noch lange nicht so toll finde, wie es nötig wäre, um eine entspannte und ruhige Ferienzeit mit allen zu verbringen…
    Kurz: Wie lebt man in einem emotionalen Zwiespalt, der die Entschuldigung erst nötig machte, nach der Entschuldigung? UNd: Kann ich nicht auch eine Entschuldigung erwarten?

    Hat scheinbar nur am Rande mit Entschuldigung zu tun – aber oft steckt ja auch eine komplexe Situation dahinter, wenn es einem schwer fällt sich zu entschuldigen.
    Bei meinem Mann und mir sind Entschulgidungen ja auch manchmal nötig – aber danach sind wir immer ein Herz und eine Seele.

    1. Liebe Alatheia,

      danke für deine Offenheit an dieser Stelle.
      Du fragst

      Wie lebt man in einem emotionalen Zwiespalt, der die Entschuldigung erst nötig machte, nach der Entschuldigung?

      Ich bin mir nicht sicher, ob ich dich richtig verstehe. Wenn du das Gefühl hast, dich entschuldigt und damit dem anderen den Weg geebnet zu haben, sich ebenfalls zu entschuldigen, kann ich das gut nachvollziehen. Das bedeutet leider häufig trotzdem nicht, dass das auch passiert. Weil es dem anderen nicht auffällt, dass er etwas „falsch gemacht“ oder etwas „Falsches gesagt“ hat. Weil es ihm auch schwer fällt, sich zu entschuldigen oder aus 100 anderen Gründen.

      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es schmerzhafter aber langfristig besser ist, seinen Teil zu tun und damit für sich im Reinen zu sein. Oft kommt die Erkenntnis oder ein Schritt hin zu einer Veränderung durch den anderen dann von ganz alleine, ohne Druck von außen. Gerade bei Kindern/Jugendlichen führt es ja oft eher zu Trotz, wenn man ihnen etwas sagt („Und, wann entschuldigst du dich für deinen blöden Satz?!“).

      Weiter fragst du, ob du nicht auch eine Entschuldigung erwarten kannst.

      Da habe ich eine Gegenfrage: Würde dir diese Erwartungshaltung denn helfen? Lässt das deine Entschuldigung nicht an Gewicht verlieren?
      Ich hoffe, ich konnte dir damit schon einen Impuls geben!

      Herzliche Grüße,
      Michael

  5. Wenn 2 Menschen zusammen leben und einer von ihnen sich öfter aufgrund seiner eigenen Geschichte , die oft mit dem Partner nichts zu tun hat , gekränkt fühlt , ist es schwierig , dass der andere sich für etwas entschuldigen soll.
    Oft haben Gefühle von gekränkt sein und traurig sein gar nichts mit dem Partner zu tun sondern liegen viel tiefer.
    Es ist dann schwer sich für etwas zu entschuligen was man gar nicht so gesehen hat.
    Wenn man sich dann trotzalledem bei dem anderen entschuldigt nur damit es dem anderen dann wieder besser geht kann man schnell als der Entschuldigungsaussprechende in eine Schieflage geraten aus der man nicht gut herraus kommt.
    Dies kann zu einem System sich entwickeln in dem der andere (Gekränkte)immer daruf besteht eine Entschuldigung zu erwarten und der andere , obwohl er die Kränkung nicht versteht – sich entschuldigt.

    1. Vielleicht ist ja in diesem Fall einfach nur Anteilnahme und Mitgefühl angebracht. Sich für Dinge zu entschuldigen, die nicht in der eigenen Verantwortung liegen, ist falsch. Aber Verständnis und Nähe zu zeigen mehr als richtig.

    2. Vielen Dank für den Beitrag, lieber Dominik.
      Ich stimme dir zu, dass es schwierig ist, sich für etwas zu entschuldigen, dass aus der Vergangenheit rührt. Gleichzeitig ist es sehr lohnenswert. Denn sich für etwas zu entschuldigen, dass den Partner verletzt hat, auch wenn man es nicht absichtlich getan hat (was ja häufig so ist), zeigt, dass es einem wichtig ist, dass es dem anderen gut geht.

      Für Verhaltensweisen Entschuldigung zu sagen, die man vollkommen anders sieht, ist eine andere Sache. Aber die Verletzung ist geschehen und ich denke, dass sie geschehen ist, tut den meisten leid. Warum sich das Gegenüber verletzt fühlt, bleibt auch nach einer Entschuldigung wertvoll, geklärt zu werden.

    1. Ich glaube, dass es mit der Zeit einfacher wird, sich zu entschuldigen. Es sollte aber nicht so einfach werden, dass man keine Probleme mehr hat, das Gegenüber zu verletzen. Das wäre dann das sich-entschuldigen-Können zu Lasten von Empathie.

      Die Frage ist: Was genau würde das Entschuldigen denn einfacher machen?

  6. „Ich“ entschuldige mich, geht gar nicht. Ich bitte um Entschuldigung, muss es heißen, denn ich kann mir mein Vergehen doch nicht selber entschuldigen.

    1. Hallo Maria,

      vielen Dank für deinen Einwurf. Ich teste deine Aussage mal und würde mich über eine Antwort freuen… :)

      Hast du – dir gegenüber – schon einmal einen Schritt gemacht, den du im Nachgang bereut hast? Wenn du zu den Menschen gehörst, die das gut verarbeiten und aus ihren „Fehlern“ lernen, super. Solltest du aber auch zu der Gruppe von Menschen gehören (und davon gibt es eine ganze Menge), die sich selber lange nicht verzeihen, dann kann man sich auch selbst entschuldigen, sich der Schuld entheben, den Fehler eingestehen, ihn aber nicht mehr weiter als Schuld oder sich selber als Schuldigen verurteilen.

      Von daher weiß ich, was du meinst. Aber so ganz schwarz-weiß ist es dann doch nicht. ;)
      Liebe Grüße aus Bonn und dir ein schönes Wochenende,
      Michael

  7. Hallo !
    Wahrscheinlich hört sich folgendes sehr kindisch an, was an und für sich nicht so ganz falsch ist, weil ich noch minderjährig bin. Dennoch glaube ich, dass mein Problem auch einen gewissen Wert unter den anderen Kommentaren hat.

    Die Antwort wird wahrscheinlich zu spät kommen, aber es hilft mir schon wenn sie alles hier lesen. Ich reite und habe ein Mietpferd. Ich kann behaupten, dass „mein Pferd“ ziemlich schlau ist. Es kann die Tür des Stalles selbst aufmachen. Genau aus diesem Grund wurde festgelegt, dass er eine Kette vor seine Türe bekommt, damit er nicht mehr abhauen würde, da ja sehr viel passieren kann wenn er zum Beispiel auf die Straße rennt und eine Auto kommt oder …
    Auf jeden Fall hab ich die Kette vergessen und das Schlimme daran ist, dass es jetzt schon zum zweiten Mal passiert ist. Meine Vermieterin hat mich darüber informiert wie der Bauer reagiert hat (er musste ihn einfangen und es dauerte ziemlich lange, weil sie im Wald waren). Er hat ihr Dinge an den Kopf geschmissen wie:“Dann hol sie vom Pferd herunter“ oder „Mit der gibt es immer nur Probleme“ usw.

    Es ist glaube ich verständlich, dass ich verzweifelt bin. Wie sollte ich mich entschuldigen. Eigentlich kenne ich ihn nicht einmal so gut und wenn er auch noch im Vorhinein so überaus zornig ist, was ich von ihm nicht kenne, wie ist es dann möglich, dass ich mich bei ihm entschuldigen kann.

    Außerdem habe ich Angst, dass wenn er richtig los legt ich heuchlerisch anfange zu weinen und sich meine Entschuldigung nicht ernst bzw. ehrlich anhört.

    Ich wäre ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir rechtzeitig antworten könnten und verbleibe

    Mit freundlichen Grüßen
    Anna

    1. Liebe Anna,

      ich weiß nicht, ob meine Antwort noch rechtzeitig kommt. Vielleicht fällt es dir einfacher, wenn du nicht unbedingt mit großen Worten Entschuldigung sagst, sondern dem Bauern etwas schenkst, über das er sich freut. Vielleicht nähst, backst oder kochst du ja gerne und dir fällt etwas ein, was er mögen könnte, so dass es dir danach auch leichter fällt, den Vorfall mit deinem Pferd zu erklären.

      Was denkst du?
      Liebe Grüße,
      Michael

      1. Ja, die Antwort war zu spät ;D … , aber es ist recht komisch, dass ich trotzdem genau das gemacht habe was sie mir vorgeschlagen hatten. Ich habe ein paar Muffins gebacken und ich denke, dass alles wieder im Lot ist.

        Danke fürs beantworten :D
        lg Anna

  8. Oftmals entschuldigt man sich nicht, aus reinem Bewusstsein der Tragweite heraus. Teils Feigheit, teils auch die Entscheidung einfach aus dessen Leben fernzubleiben, ihm/ihr zu Liebe. Im nachhinein betrachtet verletzt das sogar weitaus mehr, als alles vorangegangen eh schon, aber die Einsicht kommt oft spaet. Und dann? Alte wunden beim anderen aufreißen, oder lieber das schlechte Gewissen behalten? Ich war zu lange feige mit der Rechtfertigung für mich selbst, dass es besser für mein gegenüber wäre.
    Jeder Mensch tickt anders, man darf nicht erwarten dass andere denken wie man selbst. Vertrauen missbrauchen (wobei das eigentlich nicht zutrifft) hinterlässt tiefe Wunden, entschuldigen kann man’s nicht, aber eingestehen. und auch wenn ich oft falsch gehandelt habe, Nicht immer, ich lerne und habe gelernt , wenn auch langsam und oft auf Kosten der falschen. Vieles entsteht aus Missverständnissen, weniger reden , mehr bauchgefuehl, Augen sind die Spiegel der Seele. Gebrannte Kinder scheuen das Feuer, sogar wenn sies vielleicht irgendwann mal selbst gelegt haben.

  9. Ich bin mit meiner Partnerin nun zwei jahre zusammen, und habe sie mehrfach belogen. Ich bin raucher und habe versucht auf zu hören. Es ging zeitweise gut. Bin aber Rückfällig geworden. Sie hatte mehrfach den verdacht ich hätte wieder geraucht. Und obwohl es ein paar mal der wahrheit entsprach habe ich es verleugnet. Jetzt hat sie mich ein zweites mal erwischt.
    Jetzt ist sie verständlicher weise verletzt und enttäuscht das ich nicht ehrlich zu ihr bin.

    Ich habe immer mir ein geredet sie wird es nicht merken. Doch sie tut es doch.

    Jetzt habe ich Angst das sie mich verlässt.
    Wie kann ich mich am besten entschuldigen?

    Was kann ich tuen damit sie mir vielleicht verzeiht das ich sie belogen haben. Und ihr Vertrauen in uns wieder gewinnen?

    1. Hallo Herr Guertler,

      vielen Dank für Ihr Kommentar und die darin liegende Offenheit.
      Dass Sie gelogen haben, ist natürlich Ihrer Beziehung nicht zuträglich geworden. Dennoch ist es menschlich, wie wir alle ja selber jeden Tag erfahren.

      Ohne Ihnen eine direkte Antwort auf Ihre Fragen zu geben, möchte ich Ihnen stattdessen ebenso zwei Fragen anbieten:
      1. Aus welchen Gründen (neben der Angst, verlassen zu werden) wollen Sie sich entschuldigen?
      2. Was ist Ihnen das Rauchen wert?

      Herzliche Grüße aus Bonn,
      Michael Tomoff

  10. Ich fand den Text sehr hilfreich.
    Nun habe ich eine Frage. Ich habe meinen Exfreund um Entschuldigung gebeten . Daraufhin kam. Entschuldigung ist angekommen. Heißt angekommen denn nicht, ich habe es zur kenntnis genommen ? Oder hat er tatsächlich die Entschuldigung angenommen ?

      1. Er hat sich von mir getrennt und ich habe eingesehen das ich Fehler gemacht habe daher hatte ich mich auch entschuldigt. Ich werde dann wohl nie raus finden wie er es gemeint hat.

        1. Eine Trennung heißt ja nicht, dass man nicht mehr herausfinden kann, wie jemand etwas gemeint hat. Manchmal ist einfach nur ein wenig Zeit möglich, dass man sich wieder über die Vergangenheit unterhalten und aus ihr lernen kann.

  11. hallo
    Ich hab Borderline und mein verhalten entstand unter den symtomen der Krankheit.
    Ich möchte mich bei meinem jetzt ex Frend (wegen einem schlimmen Fehler unter Einfluss der Krankheit) entschuldigen und weiß nicht wie ich das anstellen soll…Sollte ich ihm das nicht erklären? Mein Problem ist auch, ich habe ihm mal in einem stressigen und unangenehmen Moment geschrieben:,,Ich hasse dich“ aber das kam halt von meinen Problemen.Ich hab das natürlich auch nicht ernst gemeint und hab ihm auch geschrieben, dass ich ihn auf jeden Fall nicht hasse aber er schrieb, er sei sich unsicher und glaubt mir das nicht. Bitte um Hilfe. Es tut mir wirklich unendlich Leid und ich hab das alles auch nicht extra gemacht

    1. Hallo zurück und danke für dein Vertrauen, das hier zu teilen.
      Ich bin kein Psychotherapeut, der sich mit Borderline tiefergehend auskennt, noch möchte und darf ich dazu etwas sagen, schlimmstenfalls etwas Unqualifiziertes. Alles, was Borderline zusammenhängt, klärst du hoffentlich aber auch mit einem externen Helfer.

      Was ich dir dazu sagen kann ist, dass jeder von uns Zeiten hat, in denen er Dinge sagt oder tut, die er nicht so meint und die ihm im Nachgang leid tun. Ich denke, dass auch für deinen Fall im Artikel einige Impulse und nützliche Tipps zu finden sind, wie du diesen von dir scheinbar bereuten Schritt nicht rückgängig, aber zumindest abmildern kannst.

      Hast du denn schon mal etwas aus dem Artikel versucht, was über das „Ich habe es nicht ernst gemeint“ hinaus geht?

      1. Ich habe mir jetzt eine Entschuldigung überlegt in der ich mich dafür entschuldige was ich getan habe und mich auch für den auslöser dieser “Tat“ entschuldige. Ich versuche die Gründe nicht als Ausrede rüber zu bringen sondern dass ich mich deswegen nicht unter Kontrolle hatte.
        Und es waren viele Hilfreiche Tipps dabei.
        Dankeschön für die schnelle Antwort.

  12. hallo guten tag, ich freue mich die seite gefunden zu haben und zu sehen, andere menschen haben auch solcherart fragen….
    mein freund und ich sind zwei jahre zusammen, er geschieden mit 3 kindern, ich mit einer tochter getrennt. bei ihm gibt es viele absprachen bzgl. der kinder, was für mich gut zu verstehen ist. alle 4 kinder haben auch einen guten kontakt miteinander, d.h., wir haben da keine igel zu kämmen.
    parallel dazu habe ich das problem. dass mein freund der meinung ist, in der beziehung müsse man sich nicht entschuldigen – was ich anders sehe und auch schon getan habe.
    seit zwei jahren gab es nichrt ein wochenende, an welchem wir allein in zweisamkeit etas zeit verbracht hätten, er wiegelt meine vorschläge immer ab. nun nahtte er mal ein verlängetres wochenende eingeräumt, nur für uns, worauf ich mich doll freute.
    zwei wochen vorher sagte er lakonisch vor seinem kalender, dass an diesem wochenende wieder seine kinder bei ihm seinen (das 5 mal hintereinander, obwohl es eine wechselregelung wöchentlich gibt). ich war echt sauer, sagte, bei aller liebe gleicht das einer freundschaft und keiner beziehung. mir flossen sehr die tränen…..ich fragte ihn eine woche davor noch, ob er vielleicht den termin nochmal zugunsten unserer absprache für gemeinsamkeit geändert habe – nein. ich bin seitdem tief enttäuscht, er hat sich nie entschuldigt und nie erklärt, weshalb er es geändert hat. ich zweifle nach vielen vergleichbaren erlebnissen, immer zum gefallen für seine exfrau, an der wichtigkeit unserer beziehung für ihn – was ja eigentlich in meinen augen keine beziehung ist ohne miteinandersprechen, absprachen….nun erhoffte ich eine entschuldigung und eine erklärung, aber er weigert sich und möchte vergebung (nach x.-tem mal des sitzenlassens von mir).
    ich denke einfach, dass ich viel übersehen habe und ich es ihm nicht wirklich doll wert bin, position in absprachen zu beziehen, auch für freie zeit für uns, bzw. diese auch von sich aus zu wünschen.
    liege ich völlig falsch mit meinem wunsch und dem gedanken, dass hier mal eine entschuldigung fällig gewesen wäre?
    auslöser des streits war, als er 4 wochen danach erstmals im theater saß und in der zweiten halbzeit sms mit der exfrau schrieb, obwohl die kinder bestens versorgt waren. das platzte mir die hutschnur- finde ich einfach daneben und entschuldigenswert seinerseits…..

    1. Liebe Antonia,

      nein, du bist mit dem Thema nicht alleine. Ich glaube, dass vielen Menschen nach Verletzungen eine Entschuldigung gut tun würde. Dass sie häufig vergebens auf eine warten, macht die Sache nicht besser.

      Allerdings kann man Menschen nicht zu einer Entschuldigung zwingen und häufig geben sie einem noch seltener eine, wenn man sie einfordert.

      Du hast dir (und auch dem Leser) in deinem Kommentar viele Fragen gestellt. Welche Antworten hast du bereits bekommen? Und welche benötigst du noch, um weiterhin eine „gute“ Beziehung aufrecht erhalten zu können?

      Abendliche Grüße aus Bonn,
      Michael

  13. Hallo lieber Michael tomoff ich habe auch ein Problem und ich hoffe du kannst mir behilflich sein die Beziehung Zeichen mir und meinem dad War immer die beste sie ich hatte und jetz langsam entstehen kleine meinungsferschiedenheiten wo ich und mein dad uns manchmal solange anziehen biss ich weine und wir Sachen sagen wie das ich abhauen will oder du bist nicht mein Sohn und am ende sind wir beide einfach nur ferlezt und selbst wenn wir uNS wieder entschuldigen weil wir selber nach einem Tag merken was für Kleinigkeiten es waren tun wir so als ob alles passt aber ich merke wie das was ich während dem Streit sagen und höre mich unehrlich Aufrisst und das selbe merke ich auch bei meinem dad und diese Entfremdung mit der zeit macht mir Angst wirkliche angst denn ich habe nimanen auf der Welt nur mein dad und ich liebe ihn auch über alles aber das nagt mit der zeit schon an mit ich hoffe du kannst mit vllt einen Rat geben und mir iwie helfen

    1. Hallo,

      vielen Dank für dein Kommentar und deine Offenheit. Dir einen Rat zu geben, fänd‘ ich vermessen, denn ich kenne weder dich noch deinen Vater und kann eure Situation deshalb nur sehr schwer einschätzen.
      Aber ich habe eine Frage an euch beide: Was braucht ihr vom jeweils anderen? Was brauchst du von deinem dad, wenn ihr euch gut versteht und was, wenn ihr euch streitet?

      Gruß,
      Michael

  14. Hallo Herr Tomoff, sollte man bei einer Entschuldigung genau ansprechen wofür man sich entschuldigt ? Bei mir liegen die Gründe für die Entschuldigung teilweise schon Monate zurück ! Ich habe Angst das meine Ex- Partnerin bei der Erinnerung an die entsprechenden Situationen sich wieder erinnert und so alte Wunden wieder aufgerissen werden.
    Wie sollte ich es richtig machen ??

    Grüße Lutz

    1. Hallo Lutz,

      die Befürchtung, alte Wunden wieder aufzubrechen, kann ich nachvollziehen. Die Frage ist: lohnt es sich für euer gemeinsames Vorankommen, diese Wunden zu säubern? Manchmal schmerzt die Desinfektion einer Wunde mehr als der Schmerz der Wunde selbst, aber danach steht dem Heilungsprozess nichts mehr im Wege.

      Wenn dir – und das ist nur meine persönliche Meinung – das Thema und die Entschuldigung wirklich wichtig sind, dann wäre ich ehrlich und direkt und würde auch deine Befürchtung ansprechen. Vertrau deiner Partnerin.

      Lieben Gruß,
      Michael

  15. Lieber Michael,

    danke für Deinen Artikel. Er hat mir buchstäblich die Augen geöffnet.
    Mein Freund und ich haben gerade eine ziemlich schwere Beziehungskrise. Ich habe ihn mit meinem unbewussten Verhalten sehr verletzt. Zwar hat er mir das zeitnah gesagt und auch später mehrmals erklärt, nur leider habe ich es damals nicht begreifen können wie wichtig und einschneidend diese Situation für ihn war. Ich habe dies damals nicht zugegeben und mich auch nicht entschuldigt. Ich hab´s nicht ernst genug genommen. Es ist jetzt ca. drei Monate her und die Wunde ist jetzt aufgebrochen. Wir haben einen mehrtägigen, sehr bösen Streit mit vielen verletzenden Worten hinter uns. Leider erst nach diesem Streit öffneten sich meine Augen. Ich bin erschrocken über mich selbst, darüber, dass ich es damals nicht gehört habe… Als wäre es eine Fremdsprache. Als wäre ich in der Situation eine andere Person gewesen. Alles, was eine Beziehung ausmacht hat darunter gelitten: das Vertrauen, der Respekt, auch die positiven Gefühle. Als eher introvertierter Typ hat er es in sich getragen und ich ging davon aus, dass er „darüber hinweg ist“. Unser Umgang miteinander kam immer mehr in eine Schieflage, für die ich bis vor kurzem keine Erklärung hatte. Während des Streits sagte er, dass alles was er wollte eine ENTSCHULDIGUNG war. Eine aufrechte. Ich habe sie so nicht geliefert, da waren zu viele „aber´s“. Ich habe Angst dass ich zu lange gewartet habe, ich habe Angst dass er mir nicht verzeiht. Ich habe ein wenig die Achtung vor mir selbst verloren, weil ich meinen Partner, den Mann an meiner Seite so behandelt habe. Es ist mir so peinlich und es tut mir so unendlich leid, dass ich ihm (und mir) soviel Kummer bereitet habe. Das werde ich jetzt nachholen und hoffe, dass er sie annimmt, mir meine Ignoranz vergibt und irgendwann verzeiht.

    Beide wollen wir die Beziehung nicht beenden und es nochmal versuchen.
    Denkst Du, dass eine aufrichtige Entschuldigung nach einer profanen wirklich nicht mehr gewichtig ist?

    Freue mich auf Deine Antwort und danke für die Möglichkeit mich mitzuteilen :).

    1. Hallo D.

      Zuerst einmal meinen herzlichen Dank eben für dein Öffnen und die Ehrlichkeit, mit der du den kurzen Einblick in dein (Beziehungs)Leben gibst. Das weiß ich sehr zu schätzen.

      Und um gleich auf deine Frage am Schluss einzugehen: Ich glaube, du könntest das Geschriebene 1zu1 so an deinen Freund weiterleiten, denn in deinen Zeilen stehen viele selbstkritische Dinge, die zwar noch keine offizielle Entschuldigung darstellen, aber (meiner Meinung nach) zum Neustart der Kommunikation zwischen euch einen großen Beitrag leisten können. Ich kenne deinen Partner nicht und weiß nicht, um was sich eure Meinungsverschiedenheit drehte, aber ich denke, dass es gerade nach deinem Aha-Moment noch einmal wertvoll für ihn ist, auch den Lerneffekt zu erfahren, den du jetzt hattest. Und das wird deiner neuen Entschuldigung wahrscheinlich auch nochmal mehr Gewicht, Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit geben. Auch nach der schon geschehenen Verletzung…

      Ich hoffe, das hilft dir schon mal weiter.
      Lieben Gruß,
      Michael

  16. Hallo,
    ich arbeite mit einer Gruppe gerade zusammen an einer Arbeit für das Studium. Die meisten davon sind übermotiviert und machen alles sehr ausführlich. Ich bin eigentlich auch einer dieser Menschen. Leider hat sich das ungewollter Weise aus psychischen Gründen geändert. Ich verpasse sehr oft den Zug, weil ich zu spät rausgekommen bin. Und dann komme ich zu spät. Die Zeit drängelt jetzt bis zur Abgabe und wir wollten uns nochmal treffen, um alles zu überprüfen. Und mir ging es nicht gut, des wegen bin ich nicht gekommen. Ich hatte erst vor, einen Zug später zu nehmen, dann habe ich gemerkt, es geht nicht. Ich hab den Fehler gemacht, erst 20 Minuten vorher Bescheid zu sagen, obwohl ich es wahrscheinlich vorher schon wusste (wobei das eigentlich nicht sicher war, aber ich hab mich nicht getraut, eher zu schreiben, weil ich Angst vor der Reaktion hatte). Und ich hab geschrieben, dass ich vielleicht noch nach komme. Dann war der Fehler, ich hab mich hingelegt und als ich wieder aufgewacht bin, waren schon sieben Stunden rum. Alle anderen haben nicht gewusst, ob ich noch komme und auf eine Antwort gewartet. Sie haben auch mehrmals angerufen, aber das Handy war auf lautlos in einem anderen Zimmer.
    Jetzt denken sie eben, dass sie die ganze Arbeit für mich mitmachen und ich die Note mit ein erhalte (es wird eine Gruppennote geben) und das ich nichts mache. Jeder, auch ich, hat seinen Teil für die Arbeit geschrieben und wir sollten den bis Freitag hochladen. Einige haben geschrieben, sie schaffen das nicht und wir treffen uns dann nächste Woche, um das zu vergleichen. Also dachte ich auch, wir sollen das bis Dienstag erst hochladen. Ich hatte meinen Teil schon bis Freitag fertig, aber ihn nicht hochgeladen, weil ich das falsch verstanden habe. Erst als mich Montag gefragt haben, hab ich das dann schnell hochgeladen. Sie denken aber jetzt, dass ich da bloß gemacht habe, weil sie mich selbst aufgefordert haben und ich keine Eigeninitiative habe.
    Das Ding ist eben, dass das nicht das Erste Mal ist. Ich hab schon mal wegen der Arbeit was inhaltliches nachgefragt, da meinten sie, ich soll googlen, das hab ich gemacht, aber ich fand nicht wirklich was. (Wir schreiben über Escape rooms und weil ich beim ersten Mal aus gleichem Grund nicht kommen können. Später haben sie mir gesagt, es wäre besser, das später nachzuholen, das hab ich auch gemacht, aber sie haben mich eben aufmerksam gemacht. Ich hätte das wahrscheinlich nicht gebraucht, um schreiben zu können, weil ich einen anderen Part habe, aber das sehen sie anders). Sie haben mich zusammen am Telefon angeschrien und jetzt hab ich Angst, was ich machen soll. Ich habe mich entschuldigt, aber das interessiert sie nicht. Sie haben angedroht, der verantwortlichen Person zu gehen für die Arbeit und zu sagen, ich tue nichts, was ja nicht so ist.
    Das Problem ist ja, weil es ja nicht das einzige ist mit dem, das ich heute nicht da war. Und ich traue mich auch nicht zu sagen, dass es mir nicht gut geht. Das verstehen sie nicht und dann sagen sie, ich soll abbrechen und das bringt ja jetzt nichts. Sie machen mich dafür verantwortlich, dass sie jetzt nicht mehr pünktlich die Arbeit schaffen, weil nächste Woche haben sie keine Zeit. Ich möchte keinen mit rein reiten. Ich zittere, weil ich Angst hab, wie es weitergeht. Ich möchte nicht bei allen als unverlässlich durch sein. Dann möchte keiner mehr mit mir arbeiten. Ich kenne ja noch fast keinen. Und ich hatte keine Gruppe am Anfang, deswegen wurde ich dann der Gruppe zugeordnet, was sie ja schon von Grund auf nicht gut fanden, weil sie alles ändern mussten. Ich bin sehr schüchtern und hab mich nicht getraut, eine andere Gruppe zu fragen, weil ich hatte das Gefühl, sie kannten sich alle schon. Das war wahrscheinlich nicht unbedingt so. Und jetzt denkt diese Gruppe, ich sei egoistisch, weil ich gedacht hätte, ich warte mal ab, sie werden mich schon zuordnen. Das mache ich nicht!
    Ich finde es gut, dass es so eine Seite gibt.

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