Liste der Wichtigkeit - Michael Tomoff

Prioritäten richtig setzen: Was ist mir wirklich wichtig? 4 effektive Übungen

Würdest du auch gerne deine Prioritäten ändern und joggen oder meditieren, schwimmen oder zumindest spazierengehen, am liebsten sogar regelmäßig?

Geht es dir am Ende des Tages aber auch so, dass du keine Energie dafür übrig hast, obwohl du weißt, wie wichtig es dir eigentlich ist und wie gut es deiner Gesundheit täte?

Dann lies weiter und nutz die folgende leichte und kurze Übung, um deine Prioritäten zu überprüfen.

Warum überhaupt Prioritäten setzen? Nutzen und Kosten.

Prioritäten sind die Rangfolge deiner Aufgaben, Ziele und Aktivitäten – sortiert nach Wichtigkeit und Dringlichkeit, damit deine Zeit und deine Kraft dorthin gehen, wo sie etwas bewirken.

Zum Beispiel: Stell dir vor, dein Haus brennt – in diesem Moment ist das Löschen des Feuers deine oberste Priorität, nicht das Auffinden deiner Lieblingssocken.

Prioritäten entscheiden, was am Ende der Woche von deinen Vorsätzen übrig bleibt. Sie helfen dir, deine Aufgaben und Ziele nach Wichtigkeit und Dringlichkeit zu ordnen, sodass du die richtigen Entscheidungen triffst und deine Zeit effektiv nutzt.

Das Setzen von Prioritäten bringt viele Vorteile mit sich, wie zum Beispiel eine bessere Work-Life-Balance, ein höheres Maß an Zufriedenheit und die Fähigkeit, auf deine langfristigen Ziele hinzuarbeiten.

Versäumst du es, Prioritäten zu setzen, riskierst du nicht nur deine Zeit, sondern auch wertvolle Ressourcen und möglicherweise deinen (beruflichen und privaten) Erfolg.

Ohne klare Prioritäten verlierst du leicht den Fokus und verschwendest Zeit an weniger wichtige Aufgaben, während entscheidende Projekte auf der Strecke bleiben.

Am Ende des Jahres steht dann die Liste mit den Dingen, die du dir fest vorgenommen und nie angefangen hast.

Wie kriegst du also einen guten Überblick über das, was sich lohnt, zu verfolgen?

Prioritäten setzen heißt auch: Sammeln

1. Erstell eine Liste. Schreib darauf alle dir momentan wichtigen Aktivitäten. Schreib alles auf, was dir in den Sinn kommt. Ja, auch deine Neujahr-Liste.

Beispiel:

  • 2x wöchentlich mind. 5km laufen
  • spazierengehen am Abend
  • einen Fachartikel pro Tag lesen
  • mit dem Fahrrad zur Arbeit
  • mittwochs kicken gehen
  • Super-/Intervention mit Ausbildungsgruppe
  • am Wochenende gemütlich Roman (weiter)lesen, z.B. im Café
  • nur 1x in der Woche Fleisch essen
  • Oma 1x die Woche anrufen
  • …

 

2. Vergib Punkte. Schreib vor jede der Tätigkeiten eine Zahl von 1-10 oder vergib insgesamt 100%, damit am Ende nicht hinter jeder Aktivität eine 10 steht. Du wirst sehen, dass dir nicht alles gleich wichtig ist, denn das wäre unrealistisch, oder?

Beispiel:

  • (6) 2x wöchentlich mind. 5km laufen
  • (4) spazierengehen am Abend
  • (7) einen Fachartikel pro Tag lesen
  • (6) mit dem Fahrrad zur Arbeit
  • (8) mittwochs kicken gehen
oder…
  • (20%) Super-/Intervention mit Ausbildungsgruppe
  • (25%) am Wochenende gemütlich Roman (weiter)lesen, z.B. im Café
  • nur 1x in der Woche Fleisch essen
  • (30%) Oma 1x die Woche anrufen
  • …

 

3. Streich weg. Überprüf, was dir wirklich wichtig ist und vor allem warum.

Welche Tätigkeiten möchtest du machen, weil es dir warm wird um’s Herz und weil du wirklich willst? Welche Aktivitäten halten dich dagegen nur davon ab, dich auf die für dich wirklich wichtigen zu fokussieren und konsequent an ihnen dran zu bleiben? Streich letztere weg.

Radikal.

Beispiel:

  • (6) 2x wöchentlich mind. 5km laufen (vielleicht erst einmal klein anfangen)
  • (4) spazierengehen am Abend (lieber zu Fuß zum Bahnhof anstatt mit dem Bus)
  • (7) einen Fachartikel pro Tag lesen (großer Mehrwert für Job, auf dem neusten Stand im Fach bleiben, immer Thema für Smalltalk)
  • (6) mit dem Fahrrad zur Arbeit (zu viele Ausreden: Wetter, Fahrrad kaputt, im Sommer durchgeschwitzt zur Arbeit kommen; außerdem würde ich das nur machen, weil die Kolleg:innen auch radeln)
  • (8) am Wochenende gemütlich Roman (weiter)lesen, z.B. im Café (runterkommen, Zeit nehmen für Erholung, Fantasie beflügeln; Termin setzen, sonst fällt es immer hinten runter)
  • (8) mittwochs kicken gehen (nicht so langweilig wie Laufen; Freunde gleichzeitig treffen)

4. Wiedervorlage – Änderungen sind möglich. Nichts davon ist in Stein gemeißelt. Prioritäten können sich ändern, neue Aktivitäten können dir in den Sinn kommen, andere wegfallen.

Das hat auch viel mit deinen Stärken zu tun (hier findest du deine Stärken heraus).

Nimm dir deine Liste einmal die Woche vor (z.B. Sonntagmorgen) und schau, was in dir noch anklingt und bei welchen Tätigkeiten du doch halbherziger bist als gedacht.

3 weitere Übungen zum Üben des besseren Setzen von Prioritäten

Drei Methoden, mit denen du das Sortieren übst:

Eisenhower-Methode: Unterscheide zwischen dringend und wichtig

Diese bewährte Technik hilft dir, Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit zu kategorisieren.

Teil deine Aufgaben in vier Quadranten ein: dringend und wichtig, wichtig aber nicht dringend, dringend aber nicht wichtig, und weder dringend noch wichtig. Konzentrier dich zunächst auf die dringenden und wichtigen Aufgaben, bevor du zu den anderen Quadranten übergehst.

Michael Tomoff - Positive Psychologie und Coaching - Eisenhower-Matrix und Prioritäten setzen

80/20-Regel: Identifiziere die entscheidenden Aufgaben

Die 80/20-Regel, auch bekannt als Pareto-Prinzip, besagt, dass 80 % der Ergebnisse aus 20 % der Anstrengungen resultieren. Identifizier die Aufgaben, die den größten Einfluss auf deine Ziele haben, und konzentrier dich auf diese. So setzt du deine Ressourcen effizient ein und erzielst schneller Fortschritte.

ABC-Methode: Ordne Aufgaben nach Priorität

Liste alle deine anstehenden Aufgaben auf und weise jeder eine Prioritätsstufe zu:

  • A für die wichtigsten,
  • B für mittlere Priorität und
  • C für die niedrigsten.

Bearbeite die A-Aufgaben zuerst, bevor du zu den B- und C-Aufgaben übergehst. Diese Methode sorgt für Klarheit und eine zeitliche Struktur, was die Bearbeitung deiner Aufgaben betrifft.

Und jetzt steht nur noch eine Frage im Raum: Was streichst du schon heute von deinem vollen Programm?

 

Literatur

Covey, S. R. (1994). First things first: To do list for managing time. Free Press.

 

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