Michael Tomoff - Was Wäre Wenn - Positive Psychologie und Coaching - Atemzüge und Ampelatmen

Schönes mit der Pflicht verbinden: Ampelatmen und 3 essentielle Atemzüge

Nicht nur den Bahn-Begeisterten wird dieser Artikel gefallen, in dem es um „Ampelatmen“, Atemzüge und ihre ungemein stressmindernde Wirkung geht!

Du kennst das: Du hast eine (möglicherweise regelmäßig wiederkehrende) Aufgabe zu erledigen, prokrastinierst aber, findest Ausreden, drückst dich erfolgreich und kreativ. Saugen am Wochenende, abwaschen, wenn das Becken voll ist, sich zum Einkaufen durch den Feierabendverkehr bugsieren.

Was wäre, wenn du jede dieser Aufgaben mit einer dir lieben Aufgabe verbändest, um die Zeit zu nutzen, angenehmer zu gestalten und dessen ungeachtet umzusetzen, was du dir vorgenommen hast?

Die Frage „Wie machst du aus langweiligen Aufgaben erfreuliche?“ habe ich dir mit einem Tipp für positive Verstärkung vorangehend beantwortet, aber wie kannst du noch einen Schritt weitergehen und sogar für dich nicht beeinflussbare Pflichten mit etwas Gesundem, Sinnvollem, Schönem verbinden? Zum Beispiel während des Feierabendverkehrs?

Ampelatmen ist atmen, wenn du rot siehst

Warten bei einer roten Ampel ist eine solche Pflicht. Und eine, die allen von uns auferlegt ist, egal ob zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto unterwegs.

Nimm jedes Mal, wenn du an einer roten Ampel anhalten musst, drei tiefe Atemzüge.

Durch die Nase und in den Bauch ein,
durch den Mund wieder aus.

Fokussiere beim Einatmen auf die Energie, die durch das Atmen zurück kehrt.
Lass die Energie in jeden Teil deines Körpers strahlen.
Überflute deine Umgebung mit deiner guten Energie.

Beim Ausatmen bemerkst du zugleich, wie du stärker mit dem Hier und Jetzt verbunden bist und Anspannung in wenigen Sekunden von dir abfällt (gewissermaßen in deine Fußmatte hinein, zu dem anderen Dreck von der Straße).

Versuch es: Atme Energie und Balance ein. Atme Anspannung aus und spür den Moment.

Atemzüge und ihre Wirkung

Das Ergebnis: mehr Gelassenheit, mehr Ruhe und weniger Ärger über Verkehr, andere Verkehrsteilnehmer:innen oder sich selbst. Das tut nicht nur dir gut, sondern desgleichen jedem um dich herum.

Stell dir vor, jede:r Verkehrsteilnehmer:in nähme eine rote Ampel als Möglichkeit zum tiefen Atmen wahr! Ampelatmen als große Meditation.

Es gäbe vor roten Ampeln dann und wann vielleicht intensive Stille-Momente. Innerlich sowie äußerlich im Straßenverkehr.

Wir wären weltweit bessere und ruhigere Autofahrer:innen, es gäbe allenfalls weniger Un- und Todesfälle.

Wir würden uns über rote Ampel freuen und sie nicht als störende Verkehrsfluss-Saboteure verurteilen. Ja, eine „rote Welle“ käme einer kleinen Meditationseinheit gleich, einem Geschenk voller Achtsamkeit und Balance durch das Ampelatmen. Du wünschtest dir womöglich sogar längere Rotphasen!

Jede rote Ampel kann ein Impuls sein, um zu zentrieren, zu sich zu kommen, Balance zu finden. (tweet)

Du bist längst Profi im Atmen (jahrelange Übung…), doch bewusst zu atmen ist etwas, das die meisten von uns nur gelegentlich tun, obwohl es extrem wichtig und gesund ist und wir das obendrein wissen.

Was kommt nach dem Ampelatmen?

Wenn du das Ampelatmen gemeistert hast, ist der nächste, gar nicht mehr schwere Schritt, deinen gesamten Tag bewusst atmend zu gestalten: morgens nach dem Aufwachen drei tiefe Atemzüge.
Wenn du aus dem Haus gehst und das erste Mal frische Luft in die Nase bekommst, drei tiefe Atemzüge.
Wenn du in die Firma kommst: drei tiefe Atemzüge.
Wenn dein Rechner hochfährt, du auf deinen Kaffee oder Tee wartest, drei tiefe Atemzüge. (tweet)
Wenn du aus der Tür deines Büros herausgehst, auf dem Heimweg an einem bestimmten Schild vorbeikommst oder deine Uhr eine bestimmte Zeit anzeigt (z.B. 11:11 Uhr oder 22:22 Uhr) – drei tiefe Atemzüge.

Profi-Tipp: Wenn du die drei Atemzüge mit positiven Affirmationen belegst, kannst du deiner inneren Ruhe und der daraus entstehenden Aufmerksamkeit auf dich auch noch einen Schuss Tiefe geben. Zum Beispiel:

1. Atemzug: Ich atme Energie und Ausgeglichenheit ein und bin im Moment.
2. Atemzug: Ich bin der, der ich sein will – mit Kraft und einer Mission.
3. Atemzug: Ich bin offen für Neues und frei von Vorurteilen.

Buch-Tipp: Three Deep Breaths von Thomas Crum ist eine wunderbar inspirierende Anleitung, um mit unserem täglich genutzten Bordmittel der Atmung mehr Lebensqualität zu erhalten.

If I had to limit my advice on healthier living to just one tip, it would be simply to learn how to breathe correctly.
–Andrew Weil, M.D.

Aufgaben, die eine hohe Hürde für dich haben, solltest du so einladend gestalten, wie du nur kannst und dich nicht bereits vorher erledigen. Dinge, die nicht länger als 2 Minuten dauern, solltest du sofort machen und damit üben, wie du nicht aufschiebst und gleichzeitig deinen Selbstkontroll-Muskel trainierst.

Falls du es mit den anderen Leser:innen teilen möchtest: Wo verbindest du längst das Praktische mit der Pflicht?

 

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