„Mein Job ist laaaangweilig…!“
Hatten Sie diesen Gedanken schon einmal? Oder denken Sie möglicherweise genau in diesem Augenblick: „So sieht’s aus!“
Sie wären nicht alleine.
Es ist kein Geheimnis, dass die Arbeitswelt momentan nicht vor glücklichen Mitarbeitern und von Sinn erfüllten Fachkräften bebt. Als Coach habe ich ungefähr bei jedem dritten Kunden eine Veränderung im derzeitigen Job als Ziel oder Teilziel auf dem Flipchart stehen.
Für einige dieser Menschen begann ihr Job als aufregende Tätigkeit mit neuen Aufgaben, herausfordernden Arbeitsfeldern und spannenden Kollegen. Jahre später sind die Aufgaben monoton und ohne Sinn, kitzeln nichts mehr aus ihnen heraus und sie wissen, mit welchen Kollegen sie um die Häuser ziehen würden.
Und der letzte von ihnen hat gerade gekündigt und sich mit den Worten „Halt durch, Junge…“ vom Acker gemacht.
Diese natürliche Tendenz entsteht aus einer unserer natürlichen psychologischen Fähigkeiten: sich anzupassen. Es ist demzufolge die dunkle Seite eines ansonsten extrem nützlichen Prozesses.
Je länger wir in einem Job sind, desto stärker passen wir uns an.
Die Arbeit ist nicht länger frisch. Und der Blick vieler Arbeitender auch nicht mehr.
Den Fakt aus den Augen zu verlieren, dass es in der Tat noch viele Dinge und Kollegen gibt, die bewundernswert sind und gewürdigt werden können, ist ein Fallstrick. Und den haben viele von uns schon am eigenen Knöchel gespürt.
Die gute Neuigkeit: es gibt einen einfachen Weg, aus diesem Trott herauszukommen und sich wieder wacher und frischer im Alltag zu fühlen.
Für eine Woche eine neue Route zur Arbeit zu nehmen, in einer anderen Straße zu parken oder eine neue Zeitung zu abonnieren sind nur einige der Varianten, eine neue Sicht auf Ihr Leben zu bekommen.
Materialien: Foto-Kamera
Dauer: 5 Minuten täglich. Für 1 Woche.
Durchführung: Nehmen Sie sich ein „Ding“ oder eine Person vor, die Sie für eine Woche begleiten und mit neuen Augen sehen möchten. Das kann ein Sofa sein, Ihre Küche, Ihr Auto, Ihr Büro oder der darin sitzende Kollege, dem Sie gleichgültig gegenüber sitzen.
Nehmen Sie Ihr Foto-Objekt jeden Tag dieser Woche unter einem neuen Winkel auf. Wie sieht Ihr Schreibtisch im Büro aus der Froschperspektive aus, wenn Sie flach auf dem Boden liegen? Welchen Ausblick haben Sie aus dem Kofferraum Ihres Autos, wenn Sie drin sitzen? Wie können Sie Ihr komplettes Besteck anordnen, damit es voll gespannter Erwartung auf die nächste Nutzung daliegt?
Ich sage euch: tanzt, tanzt! Vor allem aus der Reihe.
–Christoph Mayr
Welche Effekte hat diese Übung?
Sie lernen nicht nur, Ihre Umwelt aufmerksamer zu betrachten und Ihre Gegenwart wieder mehr zu schätzen, sondern Sie bereiten darüber hinaus die Bühne vor für die schönen Erinnerungen der Vergangenheit. Je besser Sie den Moment schätzen, desto besser werden Sie diese Erinnerungen speichern und später wieder aus dem Gepäck Ihres Gedächtnisses hervorrufen.
Ein schöner Nebeneffekt dieser Übung: Sie trainieren Ihre Kreativität und werden Spaß daran haben!
Und wenn Sie vielleicht keine neue Job-Alternative als Fotograf in sich aufkommen spüren, so haben Sie mit Sicherheit ein paar neue Eindrücke. Dazu mindestens sieben Fotos Ihrer Kreativität, Ihres Engagements und alltäglicher (vielleicht sogar berufsbezogener) Dinge oder Personen, die Sie von nun an mit anderen Augen betrachten.
Fotos: Mike Bailey-Gates, David Melchor Diaz, Salvatore G2, TomasSobek via flickr
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