Michael Tomoff - Was Wäre Wenn

Wie du deinen Job wieder mehr würdigst

„Mein Job ist laaaangweilig…!“

Hattest du diesen Gedanken schon einmal? Oder denkst du möglicherweise genau in diesem Augenblick: „So sieht’s aus!“

Du wärst nicht alleine.

Es ist kein Geheimnis, dass die Arbeitswelt momentan nicht vor glücklichen Mitarbeiter:innen und von Sinn erfüllten Fachkräften bebt. Als Coach habe ich ungefähr bei jedem dritten Kunden eine Veränderung im derzeitigen Job als Ziel oder Teilziel auf dem Flipchart stehen.

Für einige dieser Menschen begann ihr Job als aufregende Tätigkeit mit neuen Aufgaben, herausfordernden Arbeitsfeldern und spannenden Kolleg:innen. Jahre später sind die Aufgaben monoton und ohne Sinn, kitzeln nichts mehr aus ihnen heraus und sie wissen, mit welchen Kolleg:innen sie um die Häuser ziehen würden.
Und der:die Letzte von ihnen hat gerade gekündigt und sich mit den Worten „Halt durch, Junge…“ vom Acker gemacht.

Diese natürliche Tendenz entsteht aus einer unserer natürlichen psychologischen Fähigkeiten: sich anzupassen. Es ist demzufolge die dunkle Seite eines ansonsten extrem nützlichen Prozesses.

Je länger wir in einem Job sind, desto stärker passen wir uns an.
Die Arbeit ist nicht länger frisch. Und der Blick vieler Arbeitender auch nicht mehr.

Den Fakt aus den Augen zu verlieren, dass es in der Tat noch viele Dinge und Kolleg:innen gibt, die bewundernswert sind und gewürdigt werden können, ist ein Fallstrick. Und den haben viele von uns schon am eigenen Knöchel gespürt.

Die gute Neuigkeit: es gibt einen einfachen Weg, aus diesem Trott herauszukommen und sich wieder wacher und frischer im Alltag zu fühlen.

Augen auf! Und… Messer Marsch!

Für eine Woche eine neue Route zur Arbeit zu nehmen, in einer anderen Straße zu parken oder eine neue Zeitung zu abonnieren sind nur einige der Varianten, eine neue Sicht auf dein Leben zu bekommen.

Materialien: Foto-Kamera

Dauer: 5 Minuten täglich. Für 1 Woche.

Durchführung: Nimm dir ein „Ding“ oder eine Person vor, die du für eine Woche begleiten und mit neuen Augen sehen möchtest. Das kann ein Sofa sein, deine Küche, dein Auto, dein Büro oder der:die darin sitzende Kolleg:in, dem:der du gleichgültig gegenüber sitzt.

Nimm dein Foto-Objekt jeden Tag dieser Woche unter einem neuen Winkel auf. Wie sieht dein Schreibtisch im Büro aus der Froschperspektive aus, wenn du flach auf dem Boden liegst? Welchen Ausblick hast du aus dem Kofferraum deines Autos, wenn du drin sitzt? Wie kannst du dein komplettes Besteck anordnen, damit es voll gespannter Erwartung auf die nächste Nutzung daliegt?

Ich sage euch: tanzt, tanzt! Vor allem aus der Reihe.
–Christoph Mayr

Welche Effekte hat diese Übung?

Du lernst nicht nur, deine Umwelt aufmerksamer zu betrachten und deine Gegenwart wieder mehr zu schätzen, sondern du bereitest darüber hinaus die Bühne vor für die schönen Erinnerungen der Vergangenheit. Je besser du den Moment schätzt, desto besser wirst du diese Erinnerungen speichern und später wieder aus dem Gepäck deines Gedächtnisses hervorrufen.

Ein schöner Nebeneffekt dieser Übung: Du trainierst deine Kreativität und wirst Spaß daran haben!

Und wenn du vielleicht keine neue Job-Alternative als Fotograf:in in dir aufkommen spürst, so hast du mit Sicherheit ein paar neue Eindrücke. Dazu mindestens sieben Fotos deiner Kreativität, deines Engagements und alltäglicher (vielleicht sogar berufsbezogener) Dinge oder Personen, die du von nun an mit anderen Augen betrachtest.

Forks


Wie du deinen Job wieder mehr würdigst


Michael Tomoff - Was Wäre Wenn

Fotos: Mike Bailey-Gates, David Melchor Diaz, Salvatore G2, TomasSobek via flickr

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